Eine 18-jährige Frau hat einer 27-jährigen Frau in Chemnitz das Kopftuch vom Kopf gerissen. Die Polizei ermittelt zu rassistischem Motiv.

Eine 18-jährige Frau hat am Donnerstag gegen 17:45 Uhr einer 27-jährigen Frau in einer Chemnitzer Einkaufspassage die Mütze und das Kopftuch vom Kopf gerissen. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes informierten am Abend Polizisten der Operativen Einsatzgruppe (OEG) über einen Übergriff in dem Einkaufszentrum an der Richard-Möbius-Straße.
Die Geschädigte fühlte sich dadurch entblößt und in ihrer Religionsausübung beleidigt und erlitt zudem leichte Verletzungen. Der 28-jährige Begleiter der Frau ging dazwischen und wurde von der Tatverdächtigen geschlagen, wobei auch er leicht verletzt wurde. Die Einsatzkräfte stellten alle Beteiligten im Einkaufszentrum fest; beide Geschädigten lehnten eine medizinische Behandlung ab. Gegen die 18-jährige deutsche Staatsangehörige wurden Anzeigen wegen Beleidigung und Körperverletzung gefertigt sowie ein Platzverweis ausgesprochen. Ob die Tat rassistisch oder politisch motiviert war sei Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Bislang sei die Tatverdächtige polizeilich nicht in Erscheinung getreten.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden insgesamt 930 Angriffe auf Muslime in Deutschland registriert. Zu den Delikten zählten neben Körperverletzung auch Beleidigung, Volksverhetzung, Sachbeschädigung sowie die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die meisten Angriffe wurden dem rechten Spektrum zugeordnet (794), während linksextreme Täter nur drei Fälle ausmachten.