Zum 30. Mal haben muslimische Gemeinden in Deutschland zum Tag der offenen Moschee eingeladen. Mehr als tausend Moscheen öffneten ihre Türen für Begegnungen, Gespräche und Einblicke in ihr Gemeindeleben.
Mehr als 700 Moscheen in Deutschland haben am Samstag ihre Türen für Besucher geöffnet. Beim 30. bundesweiten Tag der offenen Moschee (TOM) luden muslimische Gemeinden unter dem Motto „Moscheen als Träger gesellschaftlicher Verfasstheit“ zu Führungen, Gesprächen und Diskussionsveranstaltungen ein.
Im Mittelpunkt stand die gesellschaftliche Rolle muslimischer Gemeinden und Institutionen. Moscheen seien nicht nur Orte des Gebets und der Spiritualität, sondern auch Orte der Bildung, Beratung, Jugendarbeit, Nachbarschaft und des gesellschaftlichen Dialogs, erklärte der Koordinationsrat der Muslime (KRM). Zugleich nahm der diesjährige Aktionstag das 77-jährige Bestehen des Grundgesetzes in den Blick.
In zahlreichen Gemeinden konnten Besucher Einblicke in die Räumlichkeiten und das Gemeindeleben erhalten. Neben Führungen standen vielerorts Gespräche mit Gemeindemitgliedern, Vorträge und Angebote für Kinder auf dem Programm. Auch kulinarische Angebote gehörten in vielen Moscheen zum Aktionstag.
Auch in einer IGMG-Gemeinde in Bonn beteiligte sich die Gemeinde am Tag der offenen Moschee. Ali Han, der den Aktionstag dort begleitete, betonte die Bedeutung persönlicher Begegnungen. „Der Tag der offenen Moschee lebt von der persönlichen Begegnung. Wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Fragen stellen und einander zuhören, entsteht ein Austausch, der gegenseitiges Verständnis fördern kann. Deshalb ist es uns wichtig, unsere Türen zu öffnen und mit den Menschen in Bonn ins Gespräch zu kommen“, sagte Ali Han.
Der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş, Ali Mete, verwies ebenfalls auf die Bedeutung des Aktionstags angesichts gesellschaftlicher Entwicklungen. „Insbesondere in einem Kontext, in dem Rechtsextremismus im öffentlichen Raum zunehmend mehr Platz findet, Krieg und Gewalt eskalieren und Politik auf dem Rücken von Muslimen gemacht wird, ist es von großer Bedeutung, die Türen der Moscheen, die ohnehin das ganze Jahr offenstehen, an diesem Tag erneut mit einer besonderen Einladung zu öffnen“, sagte Mete.
Der Tag der offenen Moschee werde von den muslimischen Gemeinden vor allem als Gelegenheit für Begegnung und Austausch verstanden. In den vergangenen Jahren hätten sich aus den Begegnungen beim Aktionstag auch gemeinsame Aktivitäten auf lokaler Ebene entwickelt, sagte Mete. Die dadurch entstehenden Kontakte könnten dazu beitragen, die Vielfalt des Zusammenlebens in den Städten zu stärken.
Der Tag der offenen Moschee findet seit 1997 jährlich am 3. Oktober statt und wird seit 2007 unter dem Dach des KRM koordiniert. Ziel ist es, den Austausch zu fördern, religiöses Leben sichtbar zu machen und Dialog zu fördern.