Gemeinsame Iftar-Abende gehören zu den festen Traditionen des Monats Ramadan. Auch in diesem Jahr kamen zahlreiche Vertreter aus Religion, Politik und Zivilgesellschaft zum Iftar zusammen, um den Dialog zu pflegen.

Im Ramadan besuchen sich Muslime gegenseitig zum Iftar, um mit dem Sonnenuntergang gemeinsam ihr tägliches Fasten zu brechen – eine langjährige Tradition. Das gemeinsame Fastenbrechen stärkt familiäre und verwandtschaftliche Bindungen ebenso wie Freundschaften und nachbarschaftliche Beziehungen. Zugleich bietet es die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Unter dem Motto „Schöpfung verbindet, Verantwortung vereint“ veranstaltete die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) am 5. März in ihrer Zentrale in Köln-Holweide ein Iftar für geladene Gäste. Auch in diesem Jahr folgten zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Religion, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien der Einladung.
Zu den Gästen gehörten unter anderem Hüseyin Kantem Al, Generalkonsul der Türkei in Köln, Ümit Vural von der Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Önder Güneş von der Föderation Islamischer Dachorganisationen in der Schweiz (FIDS), Mehmet Üstün vom Exekutivrat der Muslime in Belgien (EMB) sowie Burhan Kesici vom Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland. Ebenfalls anwesend waren unter anderem Andreas Herrmann von der evangelischen Kirche, Thomas Lemmen von der katholischen Kirche, Mark Ankerstein von der UNO-Flüchtlingshilfe, Bekim Agai von der Akademie für Islam in Wissenschaft und Gesellschaft sowie Albrecht Fuess von der Philipps-Universität Marburg.
In seiner Eröffnungsrede betonte der IGMG-Vorsitzende Kemal Ergün die besondere Bedeutung des Ramadan als Zeit der Selbstreflexion und Verantwortung. „Der Ramadan öffnet unser Gewissen. Er hinterfragt unsere Komfortzonen und erinnert uns an die Verantwortung, die wir allzu oft ignorieren“, sagte Ergün.
Auch Ali Mete, Generalsekretär der IGMG, stellte in seiner Ansprache die Würde des Menschen in den Mittelpunkt. Angesichts von Krieg, Gewalt und wachsender Polarisierung mahnte er, Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht als selbstverständlich zu betrachten. Aus der Würde des Menschen erwachse Verantwortung – unabhängig davon, ob jemand als Einheimischer oder Geflüchteter wahrgenommen werde.
Auch der DITIB Bundesverband lud in seiner Zentrale in Köln zu einem gemeinsamen Iftar ein. Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften sowie Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um das Fasten gemeinsam zu brechen und den Austausch zu fördern.
Der Bundesvorsitzende Ramazan Ilıkkan betonte in seiner Ansprache die Bedeutung des Ramadan als Zeit der Solidarität, Empathie und gesellschaftlichen Verbundenheit. Moscheen würden in diesem Monat zu Orten der Begegnung, an denen Menschen unabhängig von Herkunft, Kultur oder Religion zusammenkämen. Auch Hüseyin Kantem Al, Generalkonsul der Türkei in Köln, hob hervor, dass der Ramadan nicht nur ein Monat des Fastens, sondern auch der Begegnung und des Miteinanders sei. Das Programm endete nach dem Gebetsruf mit dem gemeinsamen Fastenbrechen und einem Bittgebet.
Auch in anderen Bundesländern fanden in diesem Ramadan große Iftar-Veranstaltungen statt. So lud die Schura Niedersachsen Ende November zu einem Iftar in Hannover ein, an dem zahlreiche Vertreter aus Politik, Religion und Zivilgesellschaft teilnahmen. Zu den Gästen zählten unter anderem die Präsidentin des Niedersächsischen Landtages Hanna Naber, Hannovers Oberbürgermeister Thomas Hermann, der türkische Generalkonsul Yusuf Arıkan sowie Ali Mete, Sprecher des Koordinationsrat der Muslime.
Der Vorsitzende der Schura Niedersachsen, Kerim Ocakdan, betonte in seiner Rede die Rolle des Verbandes als Vertreter von mehr als 80 Moscheegemeinden im Bundesland und sprach sich erneut für einen Staatsvertrag zwischen dem Land Niedersachsen und den muslimischen Gemeinschaften aus. Zugleich thematisierte er einen Polizeieinsatz in der DITIB-Moschee Hannover. Während er die Sicherheitsbehörden für die Prüfung eines Hinweises dankte, äußerte er Kritik an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes und betonte, dass Vertrauen vor allem durch Transparenz, Dialog und gegenseitiges Verständnis gestärkt werde.