In Berlin beleidigt ein Mann eine 16-Jährige wegen ihres Kopftuchs, zieht daran und würgt sie damit. Kein Einzelfall. Der Staatsschutz ermittelt.

Eine 16-jährige Muslimin mit Kopftuch ist im Berliner Ortsteil Märkisches Viertel beleidigt und angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, war die Jugendliche am Mittwoch gegen 12.15 Uhr auf dem Gehweg des Dannenwalder Wegs unterwegs, als sie von einem bislang unbekannten Mann angesprochen wurde.
Nach bisherigen Erkenntnissen deutete der Mann auf das Kopftuch der 16-Jährigen und äußerte sich beleidigend über ihre Kopfbedeckung. Anschließend soll er das Kopftuch ergriffen und versucht haben, es ihr vom Kopf zu ziehen. Da die Enden des Tuchs um den Hals der Jugendlichen gelegt waren, wurde sie durch das Herunterziehen gewürgt und erlitt Schmerzen im Halsbereich.
Der Unbekannte entfernte sich anschließend. Die 16-Jährige wurde vor Ort ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die weiteren Ermittlungen.
Die Zahl antimuslimischer Straftaten in Deutschland bleibt hoch. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Lamya Kaddor, Schahina Gambir und Marlene Schönberger hervorgeht, wurden im Jahr 2025 insgesamt 1032 Angriffe auf Muslime und Moscheen registriert.
Allein im zweiten Halbjahr zählten die Sicherheitsbehörden 543 islamfeindliche Vorfälle im Bereich der politisch motivierten Kriminalität. Ein erheblicher Teil der Fälle ereignete sich außerhalb klassischer Gewaltsituationen im öffentlichen Raum.