Hannover

Sohn unter Tötungsverdacht bei versehentlich eingeäschertem Muslim

Im Dezember wurden in Hannover zwei Leichen vertauscht, wobei der verstorbene Muslim eingeäschert wurde. Nun werden weitere Details zur Todesursache bekannt.

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01
2023
Symbolbild: Polizei in Hannover
Symbolbild: Polizei in Hannover © shutterstock, bearbeitet by islamiQ

Der aus Versehen eingeäscherte Muslim aus Hannover ist möglicherweise von seinem Sohn getötet worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung mit Todesfolge, wie eine Sprecherin am Samstag einen Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen“ bestätigte.

Der 37-jährige Sohn soll obdachlos gewesen, aber am 13. Dezember zum Essen zu seinen Eltern gekommen sein. Weil er alkoholisiert gewesen sei, habe der 71 Jahre alte Vater ihn der Wohnung verwiesen. Daraufhin soll der Sohn ihm mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen haben.

Der Vater wollte den von Nachbarn verständigten Polizeibeamten keine Angaben machen und lehnte ärztliche Hilfe ab. In der Nacht habe sich der Zustand verschlechtert. „Die Obduktion ergab, dass er an einer Hirnblutung gestorben ist. Möglicherweise waren die Schläge dafür ursächlich“, sagte die Sprecherin. Der Sohn wurde festgenommen und wegen einer möglichen psychischen Erkrankung untergebracht.

Für Aufsehen hatte die Verwechslung von zwei Leichen an der Medizinischen Hochschule Hannover gesorgt. Feuerbestattungen gelten im islamischen Bestattungsritus als Tabu. Die Leiche des 71 Jahre alten türkischen Staatsbürgers war im Krematorium verbrannt worden. Eigentlich sollte der Leichnam eines 81-Jährigen aus der Region Hannover eingeäschert werden. Die Angehörigen des irrtümlich verbrannten 71-Jährigen hatten die Polizei eingeschaltet. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Marco Polo sagt:
Verwechslungen können immer wieder mal vorkommen. Das ist nichts ungewöhnliches. Deshalb braucht man nicht unbedingt gleich polizeiliche Aktivitäten in die Wege leiten und das Ganze auch noch unnötig dramatisieren. Der eingeäscherte Muslim wird auch trotz Einäscherung im Jenseits bestehen können. Bestattungs-Formen können sich verändern; sie sind nicht für alle Zeiten wie in Stein gemeisselt. Mitunter sollten Tabus auch durchbrochen oder abgeschafft werden. Wenn der Vater mit seinem obdachlosen, kranken Sohn einen verständnisvolleren und fürsorglicheren Umgang gepflegt hätte, dann würde er wahrscheinlich noch leben. Die Bibel kennt das Gleichnis vom barmherzigen Vater und vom verlorenen Sohn, der als verloren galt und nun voller Freude vom Vater empfangen wird.
15.01.23
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