Erfurt

Brutaler rassistischer Angriff auf Jugendlichen in Erfurter Tram

In Erfurt hat laut Polizei ein 40-Jähriger einen 17 Jahre alten Syrer in einer Straßenbahn rassistisch beleidigt, bedroht, bespuckt und brutal angegriffen.

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04
2021
Symbolbild: U-Bahn - © by Kaffeeeinstein auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.
Symbolbild: U-Bahn - © by Kaffeeeinstein auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.

In Erfurt hat laut Polizei ein 40-Jähriger einen 17 Jahre alten Syrer in einer Straßenbahn rassistisch beleidigt, bedroht, bespuckt und brutal angegriffen. Dem Täter gelang zunächst unerkannt die Flucht, doch „durch die am Tatort gewonnenen Zeugenhinweise“ habe der polizeibekannte Mann zeitnah identifiziert werden können, teilte die Polizei am Montag über den Vorfall von Freitagnacht mit.

Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung

Zeugen hatten demnach von dem Geschehen in der Straßenbahn Videos gemacht und die Sicherheitskräfte zur Hilfe gerufen. Die äußeren Verletzungen des Opfers waren nach Polizeiangaben nur leicht. Bei dem Täter handelt es sich demnach um einen weißen Deutschen, der weiter auf freiem Fuß ist. Die weiteren Ermittlungen habe die Kriminalpolizei Erfurt übernommen. Dem Mann wird Körperverletzung, Nötigung und Beleidigung vorgeworfen. Eine Aussage von ihm liege noch nicht vor.

„So ein feiger Mensch, stark und aggressiv gegen einen Wehrlosen“, kritisierte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) auf Twitter die Tat. „Einfach widerlich!“ Die CDU-Landtagsfraktion verurteilte den rassistischen Übergriff in der Straßenbahn ebenfalls „aufs Schärfste“.

Auch die Sprecherin für Antirassismus der Linksfraktion im Landtag, Katharina König-Preuss, zeigte sich entsetzt: „Den zunehmenden rassistischen Übergriffen in Thüringen, welche auch Resultat eines insbesondere durch die AfD geschürten politischen Klimas in der Gesellschaft sind, muss endlich Einhalt geboten werden, den Tätern mit aller Konsequenz begegnet werden“, forderte die Abgeordnete.

Sie verwies zudem auf die kürzlich vorgestellte Statistik der Opferberatung Ezra. Nach deren Zählung blieben die Fälle rechter Gewalt in Thüringen im Jahr 2020 etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Die Organisation registrierte im vergangenen Jahr 102 rechte, rassistische oder antisemitische Angriffe. (dpa/iQ)

Leserkommentare

Ethiker sagt:
Nun jetzt kommt es zur Relativierung und es werden Statistiken bemüht. Ausgerechnet Statistiken aus einer Behörde, die für ihre Rechte Gesinnung und "Strafverfolgung" bekannt ist. Die Statistiken sagen mehr über die Erheber als über die wirklichen Fälle auf. Außerdem bestätigt es die These: Kriminalisierung von Menschen die als Fremd gelesen werden, sind auch Opfer von Rassismus in Behörden. Die Zahlen sind ein Ausdruck der Gesellschaft und die Gesellschaft ist zutiefst mit Rassismus verbunden.
26.04.21
18:49