Rechtsterror

Hanau: Rund eine Million Euro Hilfe für Angehörige

Die Hinterbliebenen der Opfer des Terroranschlags von Hanau haben von der Bundesregierung bislang rund eine Million Euro erhalten.

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07
2020
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Graffiti für hanauer Opfer © Twitter, bearbeitet by iQ
Graffiti für hanauer Opfer © Twitter, bearbeitet by iQ

Die Hinterbliebenen der Opfer des Terroranschlags von Hanau haben von der Bundesregierung bislang rund eine Million Euro erhalten. An die Angehörigen seien bislang insgesamt 1,09 Millionen Euro an Härteleistungen ausgezahlt worden, teilte das Bundesjustizministerium auf Anfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe mit. An die Hinterbliebenen des Anschlag in Halle seien 105 000 Euro ausbezahlt worden.

Am späten Abend des 19. Februars hatte in Hanau ein 43 Jahre alter Deutscher neun Menschen mit Migrationshintergund getötet, weitere Menschen wurden verletzt. Der Täter soll auch seine Mutter umgebracht haben, bevor er sich selbst tötete. Vor der Tat hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

Hanau-Opfer erhalten höchste Stadt-Ehrung

Die neun Todesopfer des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau bekommen posthum die höchste Ehrung der Stadt verliehen. Die Auszeichnung mit der Ehrenplakette in Gold solle „ein Symbol der innigen Verbundenheit“ sein, teilte die Kommune nach einem entsprechenden Beschluss des Magistrats mit. „Die posthum verliehene Auszeichnung ist auch gleichsam ein ewiges Mahnmal, wachsam zu bleiben und respektvoll miteinander zu leben“, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) der Mitteilung zufolge. Eine solche Tat dürfe sich nie wieder und nirgends auf der Welt wiederholen.

Ebenfalls einstimmig beschlossen habe der Hanauer Magistrat, dass die Gräber der in Hanau beigesetzten Opfer Said Nesar Hashemi, Hamza Kenan Kurtović und Ferhat Unvar den Status eines Ehrengrabs erhalten. Wie OB Kaminsky erläutert, liege damit die Verantwortung für die Pflege sowie die Übernahme der Kosten bei der Stadt. Alle drei Verstorbene seien gemäß ihres Glaubens auf dem muslimischen Gräberfeld des Hauptfriedhofs nebeneinander bestattet. „Ihre Grabstätten werden als Ehrengräber gewidmet, damit ihre Gräber als Mahnung für zukünftige Generationen erhalten bleiben.“ (dpa/iQ)