Kleine Anfrage

Straftaten auf Geflüchtete und ihre Unterkünfte steigen

Aus einer Antwort auf eine Kleine Anfrage geht nun hervor, dass im vergangenen Jahr mehr als 1600 Angriffe auf Geflüchtete registriert wurden.

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03
2020
Flüchtlingsheim
Flüchtlinge, Muslime © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Die Behörden haben im vergangenen Jahr einem Medienbericht zufolge mehr als 1600 Straftaten gegen Geflüchtete und Asylbewerberunterkünfte registriert. Es seien 1620 Übergriffe auf Geflüchtete verzeichnet worden, berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

229 Menschen seien bei den Attacken verletzt worden. 128 weitere Übergriffe richteten sich demnach gegen Flüchtlingsunterkünfte – 118 davon seien laut Bundesregierung auf das Konto von Rechtsextremisten gegangen.

Damit ging die Zahl der registrierten Fälle gegenüber dem Vorjahr erneut etwas zurück. 2018 hatten die Behörden 1775 Übergriffe gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften verzeichnet, hinzu kamen 173 Straftaten, die auf Unterkünfte abzielten. Diese Statistik enthält Beleidigungen und Sachbeschädigungen ebenso wie Gewalttaten.

Bei 260 Angriffen auf Asylbewerber hätten die Täter laut Bundesinnenministerium Sprengsätze benutzt, Brände gelegt oder andere Waffen verwendet, die zu teils gefährlichen Körperverletzungen geführt hätten, hieß es in dem Bericht. „Die tödliche Gefahr durch Rechtsextremismus und Rassismus hat sich vor erst einem Monat in Hanau erneut gezeigt“, sagte die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke den Funke-Zeitungen. „Sie gehört leider zum Alltag zahlreicher Menschen in diesem Land.“ In Hanau hatte ein Deutscher im Februar bei einem rassistisch motivierten Anschlag neun Menschen mit ausländischen Wurzeln getötet.

Leserkommentare

Ethiker sagt:
Es ist seit längerem bekannt und offenkundig, dass die meisten Taten auf Geflüchtete gar nicht angezeigt oder gar registriert werden, da Geflüchtete das Wissen und der Wille fehlt dagegen vorzugehen. Auch ermitteln viele aus unterschiedliche Gründen Dienststellen nicht oder nur sehr dürftig. Deshalb hier nocheinmal der ausdrückliche Hinweis für Menschen die aus Fluchtgründen in Deutschland sind. Bitte keine Anzeigen sondern Strafanträge bei der Polizei gestatten. In diesem Fall wird die Staatsanwaltschaft gefordert zuermitteln oder den Antrag einzustellen. Dann kann auch eine Erfassung von registrierten Fällen ein besseres Bild der Lage verschaffen.
27.03.20
16:47