Berlin

Schäuble mahnt zu differenzierter Sicht auf den Islam

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat einen differenzierten Blick auf den Islam gefordert. Er mahnte eine Polarisierung im Diskurs zu vermeiden.

22
02
2019
Dr. Wolfgang Schäuble (CDU) © by JouWatch auf flickr.com (CC BY 2.0), bearbeitet iQ

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat bekräftigt, dass der Islam aus seiner Sicht zu Deutschland gehört. „Muslime und mit ihnen der Islam sind ein Teil Deutschlands“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in Berlin. „Sie sind Teil unserer Gesellschaft.“ Schäuble erinnerte daran, dass er dies bereits gesagt habe, als er als Innenminister 2006 die Deutsche Islamkonferenz ins Leben gerufen habe. „Ich habe übrigens davon, im Gegensatz zu manchen Vermutungen, gar nichts zurückzunehmen.“ Es handele sich um eine „im Grunde nicht zu bestreitende Tatsache“.

Der aktuelle Innenminister, Horst Seehofer (CSU) hatte im vergangenen Jahr gesagt: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt.“ Damit trat er eine Debatte um die Rolle des Islams los.

„Zerrbild wird zum Feindbild“

Schäuble, der zur Vorstellung eines Sammelbandes seines Parteikollegen Carsten Linnemann zum Thema „politischer Islam“ sprach, betonte: „Integration jedenfalls fordert uns alle, sie ist eine Zweibahnstraße.“ Sie brauche die grundsätzliche Offenheit und das Engagement der Mehrheitsgesellschaft, aber auch die Bereitschaft von Neuankömmlingen, etwa die Sprache zu lernen und die freiheitliche Grundordnung anzuerkennen.

Zugleich warnte Schäuble vor wachsenden Vorbehalten gegenüber dem Islam als einer vermeintlich rückständigen und frauenfeindlichen Religion. „Ein Zerrbild, aber ein Zerrbild kann sich zum Feindbild verfestigen.“ Daran könne niemand, auch die Muslime, ein Interesse haben. Außerdem forderte Schäuble eine innerislamische Diskussion, um einen Islam zu schaffen, der sich in Deutschland zu Hause fühle. Das könne die Politik nicht schaffen.

Unter dem Strich zeigte sich Schäuble optimistisch: „Ich finde, wir, also Muslime und Nichtmuslime, dürfen in unseren Anstrengungen nicht nachlassen. Aber wir dürfen auch mit guten Gründen zuversichtlich sein.“ (dpa, iQ)

Leserkommentare

Frederic Voss sagt:
Der agile Polit-Mann im Rollstuhl fordert eine innerislamische Diskussion. Hoffentlich kommt dabei auch das Thema "Engelserscheinungen vor 1.400 Jahren als Basis des Islam" ausführlich zur Sprache. Oder soll das besser übergangen werden, damit der islamische Religionszauber nicht verblaßt?
23.02.19
22:43
Schäuble: „Muslime und der Islam sind ein Teil Deutschlands“ - Junge Freiheit - BAYERN online sagt:
[…] Schäuble mahnt zu differenzierter Sicht auf den Islam  IslamiQ – Das Fachmagazin zu Themen rund um Islam und Muslime […]
24.02.19
6:36
Schäuble: "Muslime und der Islam sind ein Teil Deutschlands" - Nordbayern.de - BAYERN online sagt:
[…] Schäuble mahnt zu differenzierter Sicht auf den Islam  IslamiQ – Das Fachmagazin zu Themen rund um Islam und Muslime […]
25.02.19
8:41
Johannes Disch sagt:
Da kann man Wolfgang Schäuble nur zustimmen.
25.02.19
12:09