Myanmar

Keine Lösung der Rohingya-Krise in Sicht

Das Leid der Rohingya nimmt auch nach der Flucht kein Ende. Die Lage in den Flüchtlingslagern sei dramatisch. Die Caritas fordert mehr internationales Engagement zur Lösung der Krise.

15
02
2018
Regierung We are Rohingya
We are Rohingya ©Facebook, bearbeitet by iQ.

Mehr internationales Engagement zur Lösung der Rohingya-Krise fordert Caritas Bangladesch. „Langfristig ist unser kleines Land mit einer Million aus Myanmar geflohenen Rohingya überfordert“, sagte der Leiter von Caritas Bangladesch, Francis Atul Sarker, am Donnerstag vor Journalisten in Freiburg. Das offizielle Rückführungsabkommen zwischen Bangladesch und Myanmar biete Menschen keine Perspektive. „Derzeit vertraut niemand darauf, sicher in der alten Heimat leben zu können.“ Bei einer Rückkehr warteten „gefängnisartige Camps“, die ehemaligen Siedlungen seien nach dem Abbrennen vielerorts mit Bulldozern dem Erdboden gleichgemacht. Der Bangladescher Ortsbischof Gervas Rozario betonte, wegen des Ausmaßes der Krise gebe es im Moment keine Aussicht auf eine schnelle Lösung.

Nach Caritas-Angaben ist das Flüchtlingscamp Cox’s Bazar in Bangladesch mit zwölf Quadratkilometern zu einer der größten Zufluchtsstätte weltweit geworden. Seit das Militär in Myanmar die Dörfer der muslimischen Minderheit niederbrannte, seien mehr als 700.000 Menschen über die Grenze geflohen. Auch im Januar seien weitere 5.000 Menschen neu nach Bangladesch gekommen. Aktuell lebten rund eine Million Menschen in dem Camp. Rund die Hälfte der Flüchtlinge seien Kinder und Jugendliche, sagte Sarker. „Sie sind besonders verwundbar, ihr Schutz und Unterstützung ist ein Schwerpunkt der Caritas-Arbeit.“

Caritas Bangladesch ist auch mit deutscher Hilfe inzwischen eine der am stärksten in der Rohingya-Krise engagierten Hilfsorganisationen. Derzeit gehe es vor allem darum, die Unterkünfte im Blick auf die kommende Regenzeit sicher zu machen. „Wir fürchten, dass es in der Flüchtlingsstadt zu großen Schlammlawinen und Hangrutschen kommen könnte“, so Sarker. Auch die Gefahr von Infektionskrankheiten wie Cholera oder Diphtherie sei noch nicht gebannt.

Der Caritas-Leiter forderte zugleich zu Hilfen für die einheimische Bevölkerung in Bangladesch auf. „Andernfalls wird es zu gefährlichen sozialen Konflikten kommen.“ Unklar sei auch, wie sich die kommenden Parlamentswahlen in Bangladesch auf die Krise auswirken werden. „Ich habe Sorge vor einem Erstarken der radikalen Kräfte.“

Hilfe zur Selbsthilfe

Langfristig hoffe er, dass auch in Myanmar eine „Transformation von der Militärdiktatur mit demokratischem Anstrich zu einer echten Demokratie“ gelingen könne. Dies sei aber nur mit Hilfe und Druck der internationalen Staatengemeinschaft möglich. Im Blick auf die Notlage der eine Million Rohingy-Flüchtlinge gelte es nun, auch mit deutschen Spendengeldern die Unterstützung auszuweiten und Hilfe zur Selbsthilfe, etwa beim Bau sicherer Unterkünfte und sauberer Wasserversorgung; zu leisten, so Sarker.

Die Rohingya-Minderheit wird im vom Militär beherrschten Myanmar seit Jahrzehnten verfolgt. Infolge der jüngsten Eskalation, bei denen das Militär ganze Dörfer zerstörte, flohen Hunderttausende. Die Vereinten Nationen sprechen von systematischen Verbrechen des Militärs gegen die Rohingya. Zu den Ursachen der Verfolgung gehören wirtschaftliche Interessen. Das bislang von Rohingyas bewohnte Gebiet ist reich an Bodenschätzen. Für China, das nach Angaben der Caritas eng mit dem Militärregime zusammenarbeitet, habe die Region zudem eine große strategische Bedeutung als Zugang zum Indischen Ozean

Islamische Hilfsorganisationen helfen Rohingya-Muslimen

Viele islamische Hilfsorganisationen versuchen mit Kampagnen den Rohingya-Muslimen in ihrer Notlage zu helfen. Eine dieser Organisationen ist HASENE International e. V., die seit September an 4 Standorten an der Grenze von Bangladesch aktiv ist und bisher insgesamt 90 Tonnen Nahrungsmittelhilfe für 40.000 Rohingya und finanzielle Unterstützung für 2.200 Familien bereitgestellt hat.

Des Weiteren haben die Vorarbeiten für ein Lager mit 500 Zelten (WO) begonnen. HASENE-Geschäftsführer Mesud Gülbahar erklärt, dass das Drama der Rohinyga-Muslime so schnell wie möglich beendet werden sollte und appelliert an die internationale Führungspolitik. Zur Zeit wird auf internationaler Bühne über ein Abkommen über die Rückführung der Rohingya besprochen. Doch dieses Abkommen zwischen Myanmar und Bangladesch sei laut „Ärzte ohne Grenzen“ realitätsfern. Die Rohingya dürften nicht zu einer Rückkehr gezwungen werden. Zuerst müsse ihre Sicherheit und die Einhaltung ihrer Rechte garantiert werden.

Bosnien spendet 250.000 Euro

Im Dezember wurden in Bosnien 250.000 Euro an Spendengelder für die Rohingya gesammelt. Die Islamische Gemeinschaft in Bosnien und Herzegowina hat am Donnerstag 500.000.00 Bosnische Mark (BAM), umgerechnet 250.000 Euro, an die Türkische Kooperations- und Koordinationsagentur (TIKA) für verschiedene Hilfsprojekte, die der Bevölkerung von Rohingya zu Gute kommen soll, überreicht. (KNA, iQ)

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. Die Rohingya, einst eine kleine Islamische Minderheit im Budistischen Myanmar, sind seit Jahrzehnten dabei, das Land schleichend durch islamisieren in Besitz zu nehmen: 1) durch Einwandern von Muslims und 2) durch erheblich höhere GeburtenRate als ihre Gastgeber. -------------------- Beide Massnahmen praktizieren Muslims bekanntermassen ebenfalls in Deutschland und aus den selben Gründen, steigt auch bei uns die Muslimrate stätig an. Ansprüche der Muslims an ihr Gastland, Deutschland, steigen überproportional. Sie fordern in bisher neutrale Unies Gebetsräume mit Waschgelegenheit, Abscheuliche Bademode soll toleriert werden. Das Kopftuch soll immer und in aller Öffentlich, sogar vor Gericht für den Islam werben. ------------------- Zurück zu Myanmar dort führten die Muslims bewaffnete Aufstände durch gegen ihre Budistische Gastgeber. Die Budisten wachten auf und schlugen ebenso bewaffnet zurück. Sie schlugen den Rohingas nach Bangladesh. -- Ohne Erdöl und dazu noch Islamisch, ist Bangladesh natürlich ein bettelarmes Land. Von den reichen Islamischen Ölstaten allein gelassen, ist es mit soviele Muslims masslos überfordert Eine Lösung dieser Impasse ist leider nicht in Sicht. Allah sieht -- offensichtlich ebenso ratlos -- zu. Gruss, Kritika
15.02.18
21:51