Einladung

AfD schlägt Einladung der Kirchen aus

Aus Protest gegen den Landesbischof will die AfD eine Einladung der Kirchen im Brandenburger Landtag boykottieren. Die evangelische Kirche sei nicht der Richter über die AfD.

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Führende Politiker der AfD. © James Rea auf flickr, bearbeitet by IslamiQ.

Aus Protest gegen kritische Äußerungen von Berlins evangelischem Landesbischof Markus Dröge will die AfD einen Empfang der Kirchen im Brandenburger Landtag boykottieren. Die Fraktion lehne die Einladung zu dem Parlamentarischen Abend der evangelischen und der katholischen Kirche an diesem Mittwoch ab, sagte Fraktionschef Alexander Gauland am Dienstag. Dröge hatte Anfang Dezember in einem Interview gesagt, Christen hätten in der AfD nichts verloren. Die Partei stehe für einen Kulturverlust.

„Die evangelische Kirche ist nicht der Richter über die AfD“, sagte dazu Gauland. Die AfD sei eine verfassungskonforme Partei. Dass evangelische Bischöfe an der Willensbildung des Volkes mitwirkten, stehe nicht im Grundgesetz. „Sie haben gefälligst die Willensbildung des Volkes zu akzeptieren und zu respektieren.“ Gauland warf Dröge einen „Aufruf zu Ablehnung und Hass“ vor.

Der AfD-Abgeordnete Steffen Königer ergänzte, Jesus sei kein Flüchtling gewesen – wie zur Weihnachtszeit häufig behauptet werde -, sondern ein Dissident, der gegen die Mächtigen seiner Zeit gestanden habe. „Jesus wäre heute mehr in der AfD als in irgendeiner anderen Partei beheimatet“, sagte Königer.

Kirche ruft zu Auseinandersetzung mit der AfD auf

Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, hatte trotz Kritik an der AfD dazu aufgerufen, das Gespräch mit der Partei und ihren Anhängern zu suchen. „Ich halte nichts davon, den Dialog mit der AfD zu verweigern, ganz im Gegenteil“, sagte Schad am Dienstagabend in Bad Dürkheim. „Wir werden mit ihnen reden, aber nicht wie sie“, betonte der Kirchenpräsident.
Er betonte, dass diejenigen die Muslime verdrängen und Minarette verbieten wollen, unchristlich handeln und der Religionsfreiheit des Grundgesetzes widersprechen. (dpa, iQ)