Freitagspredigten

Gaza, Nacht der Bestimmung, Iftar

Die Religionsgemeinschaften widmen sich in den Freitagspredigten in dieser Woche dem Thema Gaza und der Nacht der Bestimmung. Dabei wird zu Solidarität und Unterstützung für die Opfer der jüngsten Gewaltspirale aufgerufen.

18
07
2014
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Die islamischen Religionsgemeinschaften widmen sich in ihren heutigen Freitagspredigten (Hutba) der Nacht der Bestimmung und dem Leid, dem die Muslime angesichts von Krisenherden in aller Welt ausgesetzt sind – insbesondere dem Leid in Gaza. Einen Einblick in die Iftar-Kultur gibt es im öffentlich-rechtlichen Bereich.

Solidarität mit Gaza

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt in ihrer heutigen Freitagspredigt den Nah-Ost-Konflikt und ruft zur Solidarität mit der Zivilbevölkerung Palästinas und anderer Krisenherde wie Syrien auf. Als Muslime in Europa müsse man sich der eigenen Verantwortung erneut bewusst werden. „Unsere erste Aufgabe ist es, unsere Stimme gegen jede Art von Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu erheben – egal, von wem sie ausgeht und gegen wen sie sich richtet“, erklärt die IGMG.

Mit bedauern sehe man, was die Zerrissenheit der Umma aus den Muslimen gemacht habe. Dies erfülle mit großem Schmerz. „Wir sind Zeugen vieler trauriger Ereignisse überall auf der Welt, insbesondere in der islamischen Welt. Eine schmerzliche Wunde der Menschheit ist Palästina. Als ob die Unterdrückung der 1,5 Millionen Menschen in Gaza nicht ausreichen würde, werden ihre Häuser infolge der jüngsten Bombardierung durch Israel dem Erdboden gleichgemacht“, sagt die IGMG.

Die IGMG macht zudem in ihrer Hutba auf die Nacht der Bestimmung (Kadr-Nacht) aufmerksam, die in der Religionsgemeinschaft zusätzlich als Nacht der Solidarität mit den Unterdrückten und Bedürftigen begangen wird. Im Anschluss an die heutigen Freitagsgebete soll um Spenden für die Opfer der jüngsten Angriffe gebeten werden. In den IGMG-Gemeinden sollen zudem Totengebete in Abwesenheit für die Opfer abgehalten werden.

Nacht der Bestimmung

Auch die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) macht in ihrer heutigen Hutba auf die jüngsten Krisen in der islamischen Welt aufmerksam. Aufgrund der in den muslimischen Ländern ausgeübten Gräueltaten, Ermordungen und Gewalt fühle man einen sehr großen Kummer und tiefe Schmerzen im Herzen. Es sei die Aufgabe aller Muslime auf Erden, den „Menschen gegen die Unterdrücker, die Rechte anderer nicht anerkennen“ zu helfen und für sie zu beten.

Das Hauptthema der Freitagspredigt ist aber die bevorstehende Kadr-Nacht, die in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli begangen wird. Die DITIB macht auf die besondere Rolle dieser Nacht im Islam aufmerksam. „Der Wert dieser Nacht ist mit der Herabsendung des Korans bestimmt und ist wiederum ein Anlass für Barmherzigkeit und Vergebung für Gläubige“, erklärt die Religionsgemeinschaft in ihrer Hutba.

Die Nacht der Bestimmung sei segensreicher als tausend Monate. Sie sei auch eine Gelegenheit, um sich selbst aufgrund der eigenen Fehler in Rechenschaft ziehen und diese zu bereuen und nicht mehr zu wiederholen. Außerdem sei die Nacht der Bestimmung auch eine Gelegenheit für diejenigen, die ihr Leben bisher nicht nach dem Islam gerichtet haben, ihr Leben neu zu ordnen.

Iftar

Beim ZDF „Forum am Freitag“ geht es heute um den Monat Ramadan und das Beenden des Fastens am Abend. Hierfür besuchte „Forum am Freitag“-Moderator Abdul Ahmad Raschid eine Moscheegemeinde in Mainz und gibt einen Einblick in eine islamische Tradition während des Fastenmonats.

Jeden Freitag blickt IslamiQ auf die Freitagspredigten muslimischer Religionsgemeinschaften, gibt einen Überblick und notiert erwähnenswerte Berichte aus den Redaktionen der Medien zum Thema Freitag und Muslime.