Rohingyakrise

Rohingyakrise: Malaysia fordert Lösung

Malaysias Regierung fordert von Myanmar eine Lösung der Rohingyakrise. Das Problem rund um die Angehörigen der muslimischen Minderheit betreffe auch Malaysia und andere asiatische Länder.

22
10
2018
Rohingya © United to End Genocide

Malaysias Regierung erhöht den Druck auf Myanmar zur Lösung der Rohingyakrise. Das Problem rund um die Angehörigen der muslimischen Minderheit betreffe auch Malaysia und andere asiatische Länder, sagte Verteidigungsminister Mohamad Sabu in Singapur, wie die regierungsnahe malaysische Nachrichtenagentur Bernama am Sonntag berichtete. Sabu äußerte sich demnach bei der Konferenz der Verteidigungsminister des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN.

100.000 Rohingyaflüchtlinge in Malaysia

In Malaysia hielten sich derzeit rund 100.000 Rohingyaflüchtlinge auf, so der Minister. Das Land sei nicht in der Lage, „die Last so vieler Flüchtlinge zu tragen“. Zudem leiste sein Land humanitäre Hilfe für die Rohingyas in den Lagern in Bangladesch. Myanmar müsse den Flüchtlingen Sicherheitsgarantien für eine Rückkehr geben, forderte der Minister. Malaysia ist ein mehrheitlich islamisches Land.

Ende September hatte Malaysias Premierminister Mahathir Mohamad Myanmars Staatsrätin, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, das Vertrauen entzogen. „Sie wollte sich nicht zu den Aktionen des Militärs (von Myanmar) gegen die Rohingya äußern. Also haben wir sehr deutlich gemacht, dass wir sie nicht mehr unterstützen“, sagte Mohamad dem türkischen Nachrichtensender TRT.

Kriegsverbrechen und Völkermord

Die deutliche Kritik Malaysias an der Rohingyapolitik Myanmars ist ein in der südostasiatischen Politik höchst ungewöhnlicher Schritt. Zu den Grundprinzipien des Staatenbunds ASEAN, dem sowohl Malaysia als auch Myanmar angehören, zählt die Nichteinmischung in die Innenpolitik der Mitgliedsländer.

Myanmars Armee hat seit August 2017 etwa 700.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch vertrieben. Die Vereinten Nationen werfen Myanmar Kriegsverbrechen und Völkermord vor. Aung San Suu Kyi weist sämtliche Berichte über die an den Rohingya begangenen Grausamkeiten als Übertreibungen und „Fake News“ des Westens zurück. (KNA/iQ)

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. Die Rohingya haben es schwer; sie leben zum Teil unter elenden Umständen. Myanmar will sie begreiflicherweise nicht haben, weil sie sich in wenigen Jahrzehnten exponentiell vermehrt haben. Einerseits dadurch, dass sie verwerflicherweise viel mehr Kinder in die Welt setzen, als sie ernähren können, Andernseits, weil sie massiv Muslims aufnehmen. In Miramar droht daher die Urbevölkerung, die Buddhistisch ist, eine Minderheit im eigenen Lande unter Islamischer Vorherrschaft zu werden. Wie schlimm es ist, als Minderheit von einer einer MuslimTheokratie beherrscht zu werden, das kennen die Miramarer von einigen Nachbarstaaten. Das Islamische Malaysia, das im Header dieses Artikel meint Forderungen stellen zu können, will selber die überzählige Myanmar-Muslims nicht haben. Das bettelarme weil Muslimische Bangladesch auch nicht. Die reichen Muslim-Öl-staaten wollen sie ebensowenig. Kritika kann die potentielle Aufnahmestaaten irgendwie verstehen. Allerdings löst dieses Verständnis das Rohingya-Problem nicht. Hat einer der Leser einen guten Vorschlag? Gruss, Kritika.
23.10.18
23:21