UN-Welterbeorganisation Unesco

Unesco bekräftigt palästinensisches Welterbe

Die UN-Welterbeorganisation Unesco hat ihre Haltung bekräftigt, dass die „Patriarchengräber“ in Hebron und das „Rachelsgrab“ in Bethlehem integrale Bestandteile der besetzten palästinensischen Gebiete sind. Ferner gibt es Kritik am Vorgehen der israelischen Armee gegen palästinensische Bildungseinrichtungen.

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Al-Kuds, Tembelberg in Jerusalem
Al-Kuds, Tembelberg in Jerusalem © by Jean & Nathalie www.flickr.com, bearbeitet IslamiQ

Die UN-Welterbeorganisation Unesco hat ihre Haltung bekräftigt, dass die „Patriarchengräber“ in Hebron und das „Rachelsgrab“ in Bethlehem integrale Bestandteile der besetzten palästinensischen Gebiete sind. Am Mittwoch stimmte der für Programm und Außenbeziehungen zuständige „PX-Ausschuss“ des Unesco-Exekutivrates für zwei entsprechende Entschließungen, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtete. Eingebracht wurden sie von Ägypten, Jordanien, Libanon, Marokko, Oman, Katar und Sudan.

Zugleich kritisierte die Organisation Israels Bau einer Sperranlage zu den palästinensischen Gebieten sowie „andere Maßnahmen, die darauf angelegt sind, Charakter, Status und demografische Zusammensetzung des besetzten palästinensischen Gebiets zu verändern“. Ferner gibt es Kritik am Vorgehen der israelischen Armee gegen palästinensische Bildungseinrichtungen. Die PX-Kommission setzt sich laut Bericht aus 59 Mitgliedern des Exekutivrates zusammen, in dem Israel keinen Sitz hat.

Muslime dürfen nicht in der „Bilal bin Rabah“ Moschee beten

Das umstrittene „Rachelsgrab“ befindet sich im israelisch besetzten Westjordanland nördlich von Bethlehem. An der Stelle steht heute eine Moschee, die den Namen „Bilal bin Rabah“ trägt. Seit 1967 ist es Muslimen von den israelischen Behörden untersagt, dort zu beten.

Bei den „Patriarchengräbern“ handelt es sich um die nahe der Hebroner Altstadt gelegene Höhle Machpela. Sie gilt in der Überlieferung als Grablege der drei biblischen Erzväter Abraham, Isaak und Jakob sowie ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea. Die in einer israelisch kontrollierten Enklave liegende biblische Grabstätte, die in eine Synagoge und eine Moschee aufgeteilt ist, zählt zu den heiligsten Stätten des Judentums, wird aber auch von Muslimen und Christen verehrt.

Israel setzt die  Zusammenarbeit mit der Unesco aus

Die Unesco hatte bereits 2010 die beiden umstrittenen Stätten in Bethlehem und Hebron als integralen Bestandteil der besetzten Palästinensergebiete deklariert und jede einseitige israelische Aktivität als Verletzung internationalen Rechts kritisiert. Israel setzte daraufhin die Zusammenarbeit mit der Unesco aus. Im vergangenen Sommer erklärte Israel zum 31. Dezember 2018 den vollständigen Austritt aus der Unesco. (KNA/iQ)