Köln

#IslamiQdiskutiert über einen Öko-Islam

Die zweite Veranstaltung von #IslamiQdiskutiert fand gestern in Köln statt. Vor rund 40 Gästen unterhielten sich IslamiQ-Chefredakteur Ali Mete und Buchautorin Dr. Ursula Kowanda-Yassin über „Öko-Islam“.

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04
2018
#IslamiQdiskutiert über einen Öko-Islam. © privat
#IslamiQdiskutiert über einen Öko-Islam. © Omayma Yamine - https://www.instagram.com/mayphotograph.y/

Zur zweiten Veranstaltung des neuesten Formats von IslamiQ mit dem Titel #IslamiQdiskutiert war die Buchautorin und Dozentin Dr. Ursula Kowanda-Yassin geladen. Thema der Veranstaltung war der „Öko-Islam?! – Wie der Islam zu einem nachhaltigeren Leben führen kann“. Denn auch für Muslime ist Nachhaltigkeit und Umweltschutz Themen, die in Zeiten der Klimaerwärmung und Globalisierung von großer Relevanz sind. Dies zeigte die rege Teilnahme. Rund 40 Personen kamen gestern Abend in Köln zusammen und diskutierten über eine islamische geprägte und umweltethische Lebensweise.

Warum Öko-Dschihad?

Der Abend wurde eingeleitet von IslamiQ-Chefredakteur Ali Mete. Weiter ging es mit dem 30-minütigen Inputvortrag von Dr. Ursula Kowanda-Yassin. In ihrem Inputvortrag führte Kowanda-Yassin diverse Hadithe aus dem Leben des Propheten Muhammad (s) an. Der Prophet habe beispielsweise einen Mann bei der rituellen Waschung gerügt, da er sehr verschwenderisch mit dem Wasser umgegangen sei. Kowanda-Yassin verdeutlichte, dass solche Hadithe Muslimen zeigen sollen, dass ein umweltbewusstes Leben im Islam verankert ist.

Die promovierte Dozentin, die sich in ihrer Dissertation mit dem Islam und seine Beziehung zur Natur beschäftigt hat, ist Autorin des kürzlich erschienen Buches „Öko-Dschihad – der grüne Islam„. Auf die Frage, weshalb der Begriff „Dschihad“ im Kontext der Nachhaltigkeit als Buchtitel gewählt wurde, entgegnete Kowanda-Yassin: „Muslime müssen ihre Begriffe zurückgewinnen und damit beginnen, sie wieder im eigentlichen Sinne positiv zu besetzen.“

Ist der Öko-Islam politisch?

Da viele nicht-religiöse Umweltschutzvereine die Industrialisierung und den Kapitalismus in der Verantwortung für den Umweltschmutz sehen, frage Mete nach, ob denn auch die muslimische Öko-Bewegungen politische Forderungen haben. Im Rahmen der Bucharbeit recherchierte Kowanda-Yassin nämlich muslimische Organisationen und Vereine europaweit, die sich mit den Themen Umweltschutz beschäftigen und kam zu dem Schluss, dass sie vor allem theologisch argumentieren.

Da Muslime an die Vorbestimmung glauben, sei nicht der Grund für die aktuelle Lage im Vordergrund, sondern die Verantwortung eines Einzelnen. Da die Natur als Schöpfung Gottes gesehen würde, sollten Muslime aus Gotteshingabe diese Schöpfung achten und schützen. Dabei könne man mit ganz einfachen Schritten, wie beispielsweise die schrittweise Vermeidung von Plastik, beginnen. 

Dem Gespräch folgte eine rege Diskussion mit dem Publikum. Im Anschluss unterhielt Kowanda-Yassin sich mit den Gästen und signierte ihr Buch. Unter den Zuhörern befanden sich auch bekannte Gäste wie der ehemalige Islamratsvorsitzende Ali Kızılkaya, Dr. Hakkı Arslan von der Universität Osnabrück und Vertreter des islamischen Umweltschutzvereines Hima e. V. 

Falls Sie den Inputvortrag von Dr. Ursula Kowanda-Yassin sehen und hören möchten, ist dieser auf Instagram für 24 Stunden einzusehen. Eine komprimierte Version wird bald auch auf unserem Youtube-Kanal zu sehen sein. 

Leserkommentare

Sven Anatoli sagt:
Öko-Islam? Grüner Islam oder Globaler Islam? Schön, schön. Gibt es bald auch den gay-friendly oder queer-konformen Islam?
29.04.18
20:10
sabrina sagt:
@Sven A.: hää? Was is das den für ein Kommentar? Gibts da eine sinnvolle Erklärung dazu? Alhamdulillah! Endlich ein Thema abseits der täglichen leidigen Debatten. So wichtig für jeden Einzelnen, ob Muslim oder nicht! Hoffendlich beginnt ein Denk-Prozess. DANKE ISLAMIQ das ihr Öko & Umweltbrwusstsein zum Thema macht.
02.05.18
12:03