Berliner Mobbing-Vorfall

Mobbing: Religion ist ein Grundrecht

Ein Vorfall an einer Berliner Grundschule ist Gegenstand aktueller Debatten. Muslimische Schüler sollen eine jüdische Schülerin aufgrund ihres Glaubens gemobbt haben. Die Integrationsbeauftragte verteidigt die Religionsfreiheit und muslimische Vertreter zeigen sich fassungslos.

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03
2018
Symbolbild: Mobbing in der Schule? © stayfriends
Symbolbild: Mobbing in der Schule? © stayfriends

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), hat in der Debatte um Mobbing an Schulen zu Sachlichkeit aufgerufen. Anstelle aufgeregter Polarisierungen müssten die Probleme sachlich analysiert und danach konkrete Lösungen erarbeitet werden, sagte Widmann-Mauz am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR).

Sie machte deutlich, dass Bedrohungen aus religiösen Gründen „in unserer Gesellschaft nichts zu suchen haben“. Religion sei keine Frage der Toleranz, sondern ein Grundrecht.Wichtig ist aus ihrer Sicht, die Ursachen von religiösem Hass zu bekämpfen. „Von daher müssen wir auch schauen, was geht von radikalen extremistischen Strömungen aus, was geht aber auch durch den gesäten Hass von Rechts aus.“

Mobbing an Schulen 

Sie betonte, dass die Politik alleine das Problem von religiösem Mobbing und Hass nicht lösen könne. Nötig sei vielmehr das engagierte Eintreten jedes einzelnen, in dessen Umfeld es entsprechende Vorkommnisse gebe. „Am Ende geht es um die Spielregeln im Zusammenleben, und die müssen eingehalten werden.“

Auslöser der aktuellen Debatte war ein Vorfall an einer Berliner Grundschule. Laut Zeitungsberichten griffen muslimische Schüler ein jüdisches Mädchen an. Die Debatte hatte sich am Fall einer Zweitklässlerin an einer Berliner Grundschule entzündet, die von älteren Schülern aus muslimischen Familien als Jüdin beschimpft wurde. So jedenfalls erzählte es der Vater des Mädchens einem Journalisten der „Berliner Zeitung“. 

Muslimische Stimmen zu dem Vorfall 

Als Reaktion auf den genannten Vorfall möchte der Zentralrat der Muslime (ZMD) Imame in Klassenzimmer entsenden. Gemeinsam mit Rabbinern sollen sie für Dialog, Aufklärung und gegenseitige Achtung werben, sagte der Zentralratsvorsitzende Mazyek der Nachrichtenagentur AFP.  Zusätzlich wolle der Zentralrat der Muslime junge sogenannte Peertrainer für religiöse und weltanschauliche Vielfalt und Verständigung zur Verfügung stellen.

Der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, zeigte sich angesichts des Vorfalls an der Grundschule „fassungslos“. Es sei schlicht inakzeptabel, dass Kinder unter Druck gesetzt und bedroht werden aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder anderer vergleichbarer Merkmale. 

Deshalb lege der Islamrat großen Wert auf Projekte, die das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlichen Glaubens und Herkunft fördern. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Kinder und Jugendliche für die Geschichte Deutschlands zu sensibilisieren und über die Folgen von Hass und Rassismus aufzuklären. Regelmäßige Besuche von NS-Gedenkstätten gehören in diesem Rahmen ebenso zum festen Programm wie Projektarbeit“, so Kesici gegenüber IslamiQ. 

Dennoch sei es wichtig zu erwähnen, dass die aktuelle Debatte schädlich sei. So werde das Gefühl vermittelt, dass es unter Muslimen ein generelles Antisemitismus-Problem gebe. Das dem nicht so sei, sehe Kesici in der täglichen Arbeit. (dpa, KNA, iQ)

 

Leserkommentare

Frederic Voss sagt:
Der Herr Kesici möchte keine öffentliche Debatte über schändliche Vorgänge. Aber Imame sollen in den Klassenzimmern vorgeben, wo und wie es langzugehen hat. Und dann sollen die Kinder und Jugendlichen für die Geschichte Deutschlands sensibilisiert werden. Das gilt sicherlich auch für die wahre Geschichte des Islams. Daher sollten u.a. auch die aufklärerischen Werke zum Islam von Hamed-Abdel Samad zur Pflichtlektüre in den Schulen gemacht werden. Auch Vorträge von Mohammad Rabie, einem Füchtling aus Syrien, könnten angesetzt werden, denn er hat viel zu sagen zum Thema "Flüchtlinge sollen sich ihr Leben nicht von einem Imam vorbeten lassen."
29.03.18
19:14
grege sagt:
"dass es unter Muslimen ein generelles Antisemitismus-Problem gebe" Und schon wird wieder die Relität ausgeblendet. Dann dürfte man auch nicht behaupten, in der Gesellschaft grassiert ein Problem mit dem Rechtspopulismus!!!!
29.03.18
21:45
Ute Fabel sagt:
„Laut Zeitungsberichten griffen muslimische Schüler eine jüdische Schülerin an“ Die Religionsmündigkeit wird mit 14 Jahren erreicht. Demnach gibt es „muslimische“ und „jüdische“ Grundschüler ebenso wenig wie „marxistische“ oder „neoliberale“ Grundschüler. In vielen Religionsgemeinschaften ist Frühkindindoktrination das Erfolgsrezept. Minderjährige werden zu Objekten der Religionsausübung ihrer Eltern degradiert. Das manifestiert sich in Kindertaufe und dem Herumschnipseln an den Genitalien von Kindern. Schöngeredet wird das dann mit dem Schlagwort „Erziehungsrecht.“ Diese ethnisch total verwerfliche, völlig verfrühte Etikettierung von Religionsunmündigen, die aber auch von moderaten Religiösen kaum in Frage gestellt wird, ist die Wurzel des Übels.
31.03.18
8:55
Johannes Disch sagt:
Es ist positiv, dass Herr Kesici diese Dinge verurteilt. Vor einer Generalisierung zu warnen, ist so richtig wie banal, sind Generalisierungen doch so gut wie immer falsch. Zwei Dinge gehören allerdings auch zur ganzen Wahrheit: Der Antisemitismus unter den Flüchtlingen hat zugenommen. Das wird jeder bestätigen, der mit Flüchtlingen beruflich zu tun hat. Diesen Antisemitismus bringen Flüchtlinge aus ihren Herkunftsländern mit. In vielen Ländern der islamischen Welt ist der Antisemitismus schon lange leider obligatorisch. Diese Dinge zu bestreiten, wäre unredlich.
31.03.18
11:13
Dilaver Çelik sagt:
Die Heuchelei der Politiker ist einfach nur unerträglich. Die wollen sich nur wichtig machen, obwohl sie im Grunde genommen unwichtig sind. Ich frage mich, wo die eigentlich all die Jahre waren, während muslimische Schüler aufgrund ihrer Religion oder ihrer Nationalität in der Schule gemobbt wurden und werden. Sogar von Lehrern. Man rede nur mit muslimischen Schülern und Eltern. Die können ein Lied davon singen. Die Politik hat doch bisher nichts gemacht, damit in Schulen nie wieder gemobbt wird. Selbstwertgefühl sowie menschliche Psychologie im Allgemeinen wird in den Schulen so gut wie nicht beigebracht. Lehrer geben sich in der Regel hilflos gegenüber pubertierendes Daneben-Benehmen. Am Ende haben die Täter was sie wollen, ohne an die Konsequenzen ihres Verhaltens zu denken, und die Opfer sind schlimmstenfalls Zeit ihres Lebens gezeichnet.
01.04.18
16:16
Lukas sagt:
Der letzte Absatz des Artikels ist ungeheuerlich. Man soll über das Mobbing durch islamische Schüler weder berichten noch diskutieren, weil dies schädlich sei? Also einfach unter den Teppich kehren? Das zeigt mal wieder deutlich, dass Moslems Heuchler sind. Sobald nämlich ein Moslem beleidigt wird, kann die Diskussion darüber gar nicht laut genug sein. Da ist es dann egal, ob diese Diskussion für Deutschland schädlich ist und das Bild Deutschlands in der Wekt verzerrt, weil der Eindruck entstehen könnte, Deutschland sei insgesamt islamfeindlich. Aber ebenso, wie es in Deutschland ein Rassismusproblem gibt, gibt es bei Moslems ein Antosemitismus-Problem. Und beides ist zu diskutieren.
03.04.18
12:06
Thomas sagt:
@Dilaver Çelik Sie verdrehen die Wirklichkeit. An Schulen gibt es keine Gewakt gegen islamische Kinder, sondern es geht Gewalt von ihnen aus. Sowohl gegen Mitschüler als auch gegen Lehrer. Insbesondere können Lehrerinnen davon ein Lied singen. Wer dies zu vertuschen sucht, indem er das Gegenteil behauptet ist nicht nur ein Heuchler, sondern unterstütz diese Gewalt, die von islamischen Jugendlichen ausgeht. Aber was will man auch von Leuten erwarten, die permanent dem Terrorhelfer (und Terroristen!) Erdogan das Wort reden?
03.04.18
12:10
Johannes Disch sagt:
@Ute Fabel (Ihr Post vom 31.03.18, 8:55) -- "Schöngeredet wird das dann mit dem Schlagwort "Erziehungsrecht." (Ute Fabel) Erziehungsrecht ist kein Schlagwort, sondern ein Grundrecht (Art. 6 GG) Wieder einmal legen Sie die Axt an unsere Verfassung und respektieren einfach unser Grundgesetz nicht. Gott sei Dank sind Sie Österreicherin und können hier in Deutschland keinen Schaden anrichten.
05.04.18
22:04
Manuel sagt:
@Johannes Disch: Schaden richten leider Leute an, die sich vor tiefreaktionären Ideologien aus falsch verstandener Toleranz niederknien. Aber wir werden sehen, wer erfolgreicher wird.
06.04.18
16:01