Drei Jahre Genozid

„Gaza zu verlieren, bedeutet auch, seine Zukunft zu verlieren“

Drei Jahre Genozid in Gaza haben sein Leben grundlegend verändert. Der Palästinenser und Aktivist Abed Hassan aus Berlin erzählt von Verlust, Vertreibung und der Zerstörung seiner Heimat.

07
10
2026
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Vor drei Jahren wurde ich in Gaza Zeuge des 07. Oktobers und des Genozids. Ich habe Gaza so sehr geliebt und hätte mir nicht vorstellen können, Gaza jemals in diesem Zustand zu sehen.

Drei Jahre Genozid fühlen sich an wie Jahrzehnte. So viele Menschen haben wir verloren, so viel hat sich in unserem Leben verändert. Die Nakba kannten wir nur aus Erzählungen. Wir haben Ähnliches und noch Schlimmeres erlebt.

Die Hoffnung, dass ich in Gaza leben könnte, hielt insgesamt drei Tage an, nachdem Israel unsere Wohnung dem Erdboden gleichgemacht hatte.

Vor dem 07. Oktober habe ich anonym gefilmt, die Öffentlichkeit gemieden, Journalisten Informationen und Videos zugespielt, weil ich wusste, dass der Moment, in dem ich öffentlich gehe, womöglich kein Zurück mehr möglich sein würde.

Kein Zurück in meine Heimat, da die Besatzung den Zutritt kontrolliert. Doch ein Palästinenser muss in seinem Leben mindestens einen Tod sterben. Er entscheidet sich, für seine Rechte einzustehen, dann muss er Repressionen erleiden. Er entscheidet sich zu schweigen, und er muss trotzdem Repressionen erleiden und lebt höchstens ein Leben ohne Würde.

Für uns Palästinenser sind die Besatzung, Palästina und all diese Diskussionen keine abstrakten politischen Themen, nein! Sie durchdringen unser Leben, unsere Familie, unsere Zukunft, in jeder Lebenslage.

Mein Herz tut ungemein weh, und ich vermisse meine Liebsten so sehr…

Doch der Genozid unter dieser Besatzung ist keine Überraschung. Es kann nur einen Weg nach vorne geben. Mögen die Tyrannen dieser Welt in Kummer leben, und mögen die Unterdrückten dieser Welt erstrahlen!