Die Uni Hohenheim in Stuttgart hat ihren neuen „Demokratie-Monitor“ herausgegeben. Demzufolge finden Verschwörungserzählungen bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung Zustimmung.

Fast ein Fünftel der Deutschen hat ein rechtspopulistisches Weltbild. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den jährlichen „Demokratie-Monitor“ der Universität Hohenheim in Stuttgart, wie die Hochschule mitteilte. Hierfür wurden im August dieses Jahr 4.059 Bundesbürger ab 16 Jahren befragt.
„Rechtspopulisten verwenden immer wieder die gleichen Erzähl-Elemente“, sagte der für den „Demokratie-Monitor“ verantwortliche Kommunikations- und Politikwissenschaftler Frank Brettschneider. „1. Es gibt einen einheitlichen ‚Volkswillen‘. 2. Dieser wird von inneren und äußeren Mächten unterdrückt. 3. Zu den inneren Mächten zählen die politischen Eliten und die Massenmedien. 4. Zu den äußeren Mächten zählen die EU, die Globalisierung und der Islam.“ Oft würden auch Verschwörungserzählungen eingebaut.
17 Prozent der Deutschen haben Brettschneider zufolge ein rechtspopulistisches Weltbild. „Bei acht Prozent der Befragten findet sich ein sehr starker Grad an Populismus, bei neun Prozent ein starker Grad.“ Damit liege der Anteil auf dem Niveau der Jahre 2025 und 2024. Gewachsen sei der Anteil derer, die an der Schwelle zu einem populistischen Weltbild stünden.
Um das Ausmaß zu bestimmen, mit dem ein rechtspopulistisches Weltbild in der Bevölkerung verbreitet ist, wurden den Befragten 18 Aussagen vorgelegt, wie es hieß. „Einige davon enthielten Verschwörungserzählungen. Die Befragten sollten angeben, wie stark sie diesen Aussagen zustimmen oder wie stark sie sie ablehnen.“
Verschwörungserzählungen finden laut Uni bei einem beträchtlichen Teil der Bevölkerung Zustimmung. Etwa ein Viertel der Befragten glaube etwa, dass Politik in Deutschland von „geheimen Mächten“ gesteuert werde. Sie stimmten der folgenden Aussage zu: „Es gibt geheime Organisationen, die großen Einfluss auf politische Entscheidungen haben.“ Deutlich zugenommen hätten Aussagen, die die politische Elite negativ sehen. So seien 31 Prozent der Befragten der Meinung, die Regierenden „betrügen das Volk“ (2025: 24 Prozent).
Ein populistisches Weltbild ist in Ostdeutschland stärker verbreitet als im Westen, wie es weiter hieß. Je höher zudem die formale Bildung der Befragten, desto geringer sei der Anteil jener mit solchen Ansichten. Am höchsten sei der Anteil bei den 45- bis 59-jährigen Männern (25 Prozent), am niedrigsten bei den 16- bis 29-jährigen Frauen (8 Prozent). (KNA, iQ)