Bosnien-Genozid

Ratko Mladić ist tot: Verurteilter Kriegsverbrecher stirbt in Den Haag

Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist tot. Er starb in Den Haag, wo er wegen Völkermordes lebenslang in Haft saß.

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2026
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The last trial – Ratko Mladić © by UN International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia auf flickr (CC BY 2.0), bearbeitet by IslamiQ.

Der bosnisch-serbische Ex-General und verurteilte Kriegsverbrecher Ratko Mladić ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in einer UN-Haftanstalt in Den Haag, wo er eine lebenslange Haftstrafe verbüßte. Sein Tod wurde von serbischen Medien gemeldet und später von einem UN-Mitarbeiter bestätigt.

Mladić war während des Bosniengenozids von 1992 bis 1996 Oberbefehlshaber der Armee der bosnischen Serben. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien verurteilte ihn wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft. Das Urteil wurde im Berufungsverfahren bestätigt.

Völkermord von Srebrenica

Eine zentrale grausame Rolle spielte Mladić beim Völkermord von Srebrenica im Juli 1995. Nachdem seine Truppen die von den Vereinten Nationen zur Schutzzone erklärte Stadt eingenommen hatten, wurden mehr als 8.372 bosniakische Männer, Jungen, Frauen und Mädchen systematisch ermordet. Der Genozid von Srebrenica gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Auch die jahrelange Belagerung von Sarajevo war eng mit Mladić verbunden. Unter seinem Kommando wurden Zivilisten beschossen und terrorisiert. Der Genozid in Bosnien und Herzegowina war von systematischer ethnischer Vertreibung und schwersten Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung geprägt.

16 Jahre lang auf der Flucht

Mladić blieb nach dem Genozid 16 Jahre lang auf der Flucht. 2011 wurde er in Serbien festgenommen und anschließend nach Den Haag überstellt. Seitdem verbüßte er seine lebenslange Haftstrafe. In den vergangenen Jahren hatte sich sein Gesundheitszustand erheblich verschlechtert. Seine Familie hatte zuletzt eine Verlegung nach Serbien zur medizinischen Behandlung gefordert.

Mit Mladićs Tod endet das Leben eines Mannes, der wie kaum ein anderer für die Gewalt, die ethnischen Vertreibungen und den Völkermord während des Bosniengenozids steht.