Utoya

15 Jahre nach Terror in Utøya – Norwegen warnt vor Breiviks Einfluss

Norwegen erinnert heute an die 77 Opfer des Terroranschlags von Oslo und Utøya. 15 Jahre später gilt der Rechtsterrorist Breivik Sicherheitsbehörden zufolge noch immer als Vorbild für Teile der rechtsextremen Szene.

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07
2026
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Gedenkstein auf der Insel Utoya © Shutterstock, bearbeitet by iQ.
Gedenkstein auf der Insel Utoya © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

In Norwegen haben die Gedenkveranstaltungen für die 77 Todesopfer der Terroranschläge in Oslo und auf der Insel Utøya begonnen. An der Gedenkstätte im Osloer Regierungsviertel wurden die Namen der Getöteten verlesen.

Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der Vorsitzende der Jugendorganisation der norwegischen Sozialdemokraten (AUF), Gaute Børstad Skjervø, legten Kränze nieder. An einem Gedenkgottesdienst im Dom nahmen König Harald V. und Königin Sonja teil.

Skjervø, der das Massaker auf Utøya überlebt hat, sagte auf der Gedenkveranstaltung, Norwegen trauere seit 15 Jahren. «Viele waren sich bewusst, dass es unsere Kinder waren, die getötet wurden, aber niemand kann die Trauer der Hinterbliebenen begreifen.» Er kritisierte, dass in sozialen Medien Hass auf die Überlebenden geäußert werde.

Ministerpräsident will die Geschichte der Anschläge weiter erzählen

Støre forderte: „Wir müssen weiterhin offen und ehrlich darüber sprechen, was geschehen ist, über die Motive des Terroristen, seine Herkunft, die Folgen von Rechtsextremismus, Hass und Verachtung der Demokratie.“ Die brutale Geschichte dieses politisch motivierten Massenmords müsse erzählt und erklärt werden, auch angesichts von Lügen und Verschwörungserzählungen, wie der Behauptung, die Anschläge vor 15 Jahren seien inszeniert gewesen.

Im Gedenkgottesdienst sprach Entwicklungsminister Åsmund Aukrust, der als AUF-Mitglied den Massenmord auf Utøya überlebt hatte. Auch hier wurden die Namen der 77 Getöteten noch einmal verlesen. Für den Nachmittag war eine Erinnerungsveranstaltung auf Utøya geplant.

Was war passiert?

Am 22. Juli 2011 hatte der Rechtsterrorist Anders Behring Breivik eine Autobombe im Regierungsviertel der norwegischen Hauptstadt gezündet und dabei acht Menschen getötet. Danach fuhr er auf die Insel Utøya, wo er sich als Polizist ausgab und das Feuer auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei eröffnete.

69 Menschen, darunter vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, kamen auf der Insel ums Leben. Die Anschläge gelten als die schlimmsten Gewalttaten der norwegischen Nachkriegszeit. Breivik wurde 2012 zur damals möglichen Höchststrafe von 21 Jahren Haft verurteilt.

Utøya-Angreifer inspiriert junge Rechtsextreme

15 Jahre nach seinem Massenmord an 77 Menschen wird der Utøya-Attentäter Anders Behring Breivik Geheimdienstinformationen zufolge im rechtsextremen Spektrum immer mehr zu einer Motivationsquelle. Breiviks Taten und seine von ihm dazu ausgebreiteten Ideen trügen verstärkt dazu bei, Menschen zu radikalisieren, teilte der norwegische Inlandsgeheimdienst PST mit. Besonders besorgniserregend sei die Radikalisierung von Minderjährigen.

Der PST erklärte, bei den meisten Verdächtigen, gegen die er wegen rechtsextremer Taten in Norwegen ermittle, beobachte er eine direkte Unterstützung für Breiviks Terrortaten. Auch viele radikalisierte Minderjährige hätten Breivik als Inspirationsquelle genannt, obwohl sie wegen ihres Alters keine persönlichen Erinnerungen an die Tat hätten. (dpa, iQ)