Der Islamrat warnt vor zunehmendem antimuslimischem Rassismus in Deutschland. Nach einem neuen Lagebild wurden im Jahr 2025 mehr als 4.000 Vorfälle dokumentiert. Betroffene würden im Alltag nicht ausreichend geschützt.
Der Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland warnt vor antimuslimischem Rassismus und sieht darin ein zunehmendes Sicherheitsproblem. Der Verband fordert von der Bundesregierung mehr Aufmerksamkeit sowie einen besseren Schutz für Betroffene in Schulen, Behörden und bei der Polizei.
Der Vorsitzende des Islamrats, Burhan Kesici, erklärte laut Mitteilung, antimuslimischer Rassismus sei „längst ein Sicherheitsproblem für Musliminnen und Muslime sowie für Menschen, die dafür gehalten werden“. Wenn Betroffene Angst hätten, versage der Rechtsstaat.
Anlass der Forderungen ist ein am Mittwoch vorgestelltes Lagebild der Initiative CLAIM. Danach wurden im Jahr 2025 insgesamt 4.096 antimuslimische Vorfälle dokumentiert, darunter 214 Fälle von Körperverletzung.
Kesici bezeichnete antimuslimischen Rassismus als Angriff auf die gesamte Gesellschaft. Betroffen seien nicht nur einzelne Personen, sondern auch das Vertrauen in staatliche Schutzversprechen. Hinter den Zahlen stünden konkrete Menschen, darunter Kinder, Eltern und Beschäftigte im Alltag, so Kesici. Gleichzeitig verweist der Islamrat auf eine hohe Dunkelziffer, da viele Fälle aus Angst oder mangelndem Vertrauen nicht gemeldet würden.
Der Isramrat kritisiert zudem die politische Reaktion auf das Thema. Die Bundesregierung dürfe „die Augen vor diesem Problem nicht weiter verschließen“, sagte Kesici. Wer Gewalt und alltägliche Ausgrenzung nicht ausreichend beachte, sende ein „fatales Signal“.
Besonders Schulen, Behörden und Polizei trügen eine besondere Verantwortung. Dort, wo Schutz und Gleichbehandlung erwartet würden, dürften keine zusätzlichen Hürden entstehen, heißt es in der Mitteilung. Auch indirekte Diskriminierung könne dazu führen, dass Betroffene sich nicht ernst genommen fühlten.
Rassismus beginne nicht erst bei körperlichen Angriffen, sondern bereits bei pauschalen Zuschreibungen gegenüber Menschen aufgrund ihres Glaubens oder äußeren Erscheinungsbildes. Der Staat müsse dem entschieden entgegentreten, um gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern, fordert der Islamrat abschließend.