CLAIM

Studie: Kaum Beratungsangebote bei antimuslimischen Rassismus

2020 wurden 901 Straftaten auf Muslime erfasst. Eine neue Studie, dass Beratungsstellen aufgrund fehlender Ressourcen Betroffene oft nicht unterstützen können.

18
03
2021
Islamfeindlichkeit
Gegen Antimuslimischen Rassismus © Facebook / Claim, bearbeitet by iQ.

Die Allianz gegen Islam– und Muslimfeindlichkeit CLAIM hat mehr und bessere Beratungsangebote gefordert. Zu wenige Beratungsstellen in Deutschland verfügten über spezifische Angebote für Betroffene von antimuslimischem Rassismus, kritisierte das Bündnis am Mittwoch.

Nur 4 von 79 bundesweit befragten Beratungsstellen in Deutschland weisen eine spezifische Ausrichtung auf Betroffene von antimuslimischem Rassismus auf. Menschen, die Übergriffe und Diskriminierung erlebten, seien häufig auf sich gestellt.

901 Angriffe auf Muslime

Täglich werden in Deutschland Menschen zur Zielscheibe von rassistischen Diskriminierungen, Anfeindungen bis hin zu tätlichen Übergriffen. Antimuslimischer Rassismus macht dabei einen nicht unerheblichen Anteil an rassistischen Hassverbrechen insgesamt aus: 2020 erfassten Behörden bundesweit mindestens 901 antimuslimische und islamfeindliche Straftaten.

„Eine Expertise zu den einzelnen Formen von Rassismus ist in den Beratungsstellen dringend notwendig, um nicht nur Vertrauen zu Betroffenen aufzubauen, sondern diese auch bedarfsorientiert unterstützen zu können“, sagte Güzin Ceyhan von CLAIM. „Gerade im Bereich des antimuslimischen Rassismus gibt es großen Fortbildungsbedarf.“

Beratungsstellen haben kaum Ressourcen 

Die Studie zeigt insgesamt, dass vorhandene Beratungsstellen über wenig Ressourcen verfügen und etwa die Hälfte der untersuchten Stellen kurzfristig finanziert ist. Ein weiteres Problem sei, dass in den Beratungsstellen meist nicht dokumentiert würde, um welche Form von Rassismus es sich handle. Eine Erfassung und eine Klassifizierung der Fälle im Hinblick auf das Motiv sei aber dringend notwendig, um das tatsächliche Ausmaß von Rassismus und seinen unterschiedlichen Ausprägungen abzubilden, teilte das Netzwerk mit.

Grundlage für die Forderungen ist eine Kurzanalyse der Beratungslandschaft in Deutschland, für die 79 Beratungsstellen für Betroffene von Rassismus befragt wurden. Die Studie von CLAIM erscheint am 23. März 2021. (dpa, iQ)

Leserkommentare

ABM sagt:
Es gibt überhaupt keine Beratungsstellen zu explizit muslimischen Rassismus. Die Staatsangehörigkeit ist dabei irrelevant. Auch Antimuslimischer Rassismus will an dieser Stelle erwähnt sein. Es gibt KEINE!
18.03.21
18:27
simonstylos sagt:
Hier zwei Beratungsstellungen zu antimuslimischen Rassismus und zur Betreuung von Opfern von antimuslimischen Übergriffen: FAIR International e.V. in Köln MINA e.V. in Duisburg Die Kontaktdaten sind im Internet zu finden. Beide kann ich nur empfehlen.
19.03.21
9:04