Zum Jahrestag des Genozids von Srebrenica werden zehn weitere identifizierte Opfer beigesetzt. Unter ihnen sind eine 20-jährige und ein 56-jähriger Mann. Weitere Identifizierungen sind bis zum Gedenktag möglich.

Am 11. Juli 2025 jährt sich der Völkermord von Srebrenica zum 31. Mal. An diesem Tag werden auf dem Gedenkfriedhof in Potočari zehn weitere Opfer beigesetzt, deren Überreste in den vergangenen Jahren durch DNA-Analysen identifiziert wurden. Das teilte die Internationale Kommission für Vermisste Personen (ICMP) auf Anfrage von IslamiQ mit.
Die jüngste der nun identifizierten Personen wurde 1975 geboren und war zum Zeitpunkt ihrer Ermordung 20 Jahre alt. Die älteste wurde 1939 geboren und war 56 Jahre alt. Nach Angaben der ICMP könnten bis zum 11. Juli noch weitere Identifizierungen abgeschlossen und zusätzliche Bestattungen möglich werden.
Seit dem Völkermord werden jährlich Opfer mithilfe genetischer Untersuchungen identifiziert und im Gedenkzentrum von Potočari beigesetzt. Offiziell geht man von 8.372 ermordeten bosnischen Muslime aus. Viele der Opfer konnten bis heute nicht vollständig bestattet werden, da die Täter Massengräber nachträglich öffneten und die sterblichen Überreste zur Verschleierung des Genozids auf mehrere Orte verteilten.
Bis heute wurden in Bosnien und Herzegowina an mehr als 570 Orten menschliche Überreste gefunden, zuletzt im Jahr 2021. Unter den bekannten Opfern befindet sich auch das wenige Tage alte Mädchen Fatima Muhić.
Am 11. Juli 1995 marschierten serbische Truppen unter dem Kommando von General Ratko Mladić in die damals von den Vereinten Nationen zur Schutzzone erklärte Stadt Srebrenica ein. Die dort stationierten niederländischen Blauhelm-Soldaten konnten die Bevölkerung nicht schützen. In den folgenden Tagen wurden mehr als 8.000 muslimische Männer und Jungen von ihren Familien getrennt, verschleppt und ermordet.
Internationale Gerichte, darunter der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) und der Internationale Gerichtshof (IGH), stuften die Verbrechen später als Völkermord ein. Noch immer gelten hunderte Menschen als vermisst. Und noch immer kämpfen Überlebende um Gerechtigkeit und gegen das Vergessen.