Nach jahrelanger Planung hat Wuppertal grünes Licht für einen muslimischen Friedhof gegeben. Das Projekt soll bundesweit das erste in muslimischer Trägerschaft sein.

In Wuppertal kann erstmals in Deutschland ein muslimischer Friedhof in muslimischer Trägerschaft entstehen. Die Stadt hat dafür nun die Baugenehmigung erteilt. Geplant ist die Anlage an der Krummacherstraße im Stadtteil Varresbeck, in direkter Nachbarschaft zu einem jüdischen und einem christlichen Friedhof.
Nach Angaben der Stadt ist es das erste Projekt dieser Art bundesweit. Träger ist ein eigens gegründeter Verein, in dem sich zehn Moscheegemeinden zusammengeschlossen haben. Die Planungen für den Friedhof laufen bereits seit mehr als 15 Jahren.
Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) bezeichnete das Vorhaben als Ausdruck von Vielfalt. Die Stadt wolle allen Bürgerinnen und Bürgern ein Zuhause bieten – „von der Geburt bis zum Tod“.
Der Friedhof soll den besonderen religiösen Vorschriften im Islam gerecht werden. So werden Verstorbene traditionell nicht im Sarg, sondern in Tüchern bestattet. Die Gräber sind nach Mekka ausgerichtet, Feuerbestattungen sind nicht vorgesehen. Zudem ist eine spätere Umbettung nach islamischem Verständnis ausgeschlossen.
Nach Angaben des Trägervereins ist ein solcher Friedhof dringend notwendig. Immer mehr Muslime wollten in Deutschland bestattet werden – auch, weil das Land für viele zur Heimat geworden sei oder Herkunftsländer durch Kriege zerstört wurden. Im ersten Bauabschnitt sind rund 1000 Gräber geplant. Die Kosten werden auf etwa eine Million Euro geschätzt, ein Teil davon soll durch städtische Fördermittel gedeckt werden. Der Großteil der Finanzierung erfolgt über Spenden.