Sachsen-Anhalt

Rechtsextremismus prägt Rekordzahl politischer Straftaten in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wurden 2025 so viele politisch motivierte Straftaten wie nie zuvor registriert. Der Großteil der Delikte war rechts motiviert.

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Symbolbild: Rechtsextremismus © Anadolu Images, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Rechtsextremismus © Anadolu Images, bearbeitet by iQ

Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2025 so viele politisch motivierte Straftaten registriert wie nie zuvor. Nach Angaben des Innenministeriums wurden insgesamt 4.144 Delikte erfasst. Besonders auffällig ist dabei, dass der überwiegende Teil dem rechten Spektrum zugeordnet wurde. Mit 3.007 Fällen waren rund 73 Prozent aller Taten rechts motiviert. Damit bleibt Rechtsextremismus die größte Herausforderung für die innere Sicherheit im Bundesland.

Zu den häufigsten Delikten gehörten Propagandastraftaten wie das Verwenden verfassungswidriger Symbole, rechte Parolen im öffentlichen Raum oder entsprechende Schmierereien. Gleichzeitig stiegen rechts motivierte Volksverhetzungen sowie Sachbeschädigungen deutlich an. Auch im Internet nahm rechte Hetze weiter zu. Immer mehr Straftaten werden online begangen.

Rassistische Straftaten bleiben ein zentrales Problem

Besonders besorgniserregend ist zudem der starke Anstieg antisemitischer Straftaten. Die Polizei registrierte 158 Fälle und damit mehr als ein Drittel mehr als im Vorjahr. Der Großteil dieser Taten wurde als rechts motiviert eingestuft. Viele Vorfälle fanden ebenfalls im Internet statt.

Auch rassistische und fremdenfeindliche Straftaten bleiben ein zentrales Problem. Insgesamt wurden 649 entsprechende Delikte erfasst. Dazu zählen Volksverhetzung, Beleidigungen und Körperverletzungen. Ein erheblicher Teil dieser Taten richtete sich gegen Menschen mit Migrationsgeschichte und wurde online verbreitet.

Innenministerin Tamara Zieschang sprach von einem ernstzunehmenden Warnsignal. Besonders alarmierend sei, dass immer mehr Jugendliche durch rechte Propaganda und Desinformation im Netz radikalisiert würden. Gewaltbereite rechtsextreme Jugendgruppen gewännen zunehmend Anhänger. (dpa/iQ)