Bayern

15-Jähriger wegen islamfeindlichen Mordversuchs an Schule angeklagt

Zwei Schüler werden bei einer Attacke in Bayern verletzt. Mutmaßlicher Täter ist ein 15-Jähriger. Jetzt ist Anklage gegen ihn erhoben worden – mit konkreteren Aussagen zum möglichen Motiv.

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Symbolbild: Reichsbürger, Brandanschlag , Gericht, Prozess, Berlin Verhandlung ©
Symbolbild: Gericht, Klage © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Nach einem Hammerangriff auf zwei Schüler in Friedberg in Bayern ist Anklage wegen eines mutmaßlich rassistischen und islamfeindlichen Mordversuchs gegen einen 15-Jährigen erhoben worden.

Die Generalstaatsanwaltschaft München geht davon aus, dass der Jugendliche im Oktober 2025 auf dem Pausenhof einer Mittelschule Muslime und Ausländer töten wollte, wie eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde sagte. Dabei waren ein 14-Jähriger mit irakischen Wurzeln und ein 13-Jähriger mit kosovarischen Wurzeln leicht beziehungsweise mittelschwer verletzt worden.

Bei dem Angriff kurz vor Schulbeginn hatte der 15 Jahre alte Deutsche den Ermittlern zufolge einen uniformähnlichen Anzug und einen „militärisch wirkenden Helm“ getragen. Neben einem Hammer hatte er demnach auch zwei Softair-Pistolen dabei. Ob es zu einem Prozess gegen den 15-Jährigen kommt, entscheidet den Angaben zufolge die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg.

15-Jähriger war mal selbst Schüler am Tatort

Der Angriff hatte am 2. Oktober einen größeren Einsatz der Polizei rund um die Mittelschule im Zentrum der Stadt in Schwaben ausgelöst. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge und Beamte waren in den Straßen zu sehen, einzelne Bereiche wurden abgesperrt. Zudem wurde ein Rettungshubschrauber angefordert, der allerdings nicht eingesetzt werden musste.

Der 15-Jährige war nach den Polizeiangaben früher einmal Schüler der Mittelschule. Nach dem Angriff soll er versucht haben zu flüchten. Allerdings war die Polizei schnell vor Ort und konnte ihn fassen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die beiden verletzten Schüler wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Marco Polo sagt:
Ein jugendlicher Täter tätigt einen Hammerangriff an einer Schule in Bayern. Ob es zu einem Prozess kommen wird, entscheidet noch eine Jugendkammer in Augsburg. Dies gilt es noch abzuwarten. Am Berliner Kammergericht wurde der Syrer Wassim Al M. (20) - nach 18 Verhandlungstagen - zu dreizehn Jahren Haft verurteilt wegen eines antisemitischen Mordversuchs und einer versuchten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland (IS). Seine schreckliche Bluttat am Holocaust-Mahnmal in Berlin-Mitte hatte er minutiös und heimtückisch geplant. IS-Schlächter waren sein Vorbild. Am Abend des 21. Februar 2025 wollte Wassim Al M. - radikal-islamisch motiviert - einem spanischen Touristen die Kehle aufschlitzen. So berichtete gestern die 'Berliner Zeitung'. Wie durch ein Wunder habe das 31-jährige Opfer schwer verletzt überlebt. Der Täter war mit Messer, Gebetsteppich, Koran und 800 Euro per Zug nach Berlin gefahren. Als er am Holocaust-Mahnmal glaubte, er habe sein Opfer tödlich verletzt, rief er "Allahu Akbar" (Gott ist groß) und floh in den Tiergarten. Zwei Stunden später erklärte er, dass er jemanden habe abstechen wollen und damit einen religiösen Auftrag erfüllen wollte. Die Oberstaatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Dieser Fall verdient wirklich, dass er in den Fokus einer freiheitlich orientierten Berichterstattung gestellt wird. .
06.03.26
3:37