Leipzig-Connewitz

Brandanschlag auf propalästinensische Aktivistin in Leipzig

Nach Morddrohungen wurde die Wohnung einer propalästinensischen Aktivistin in Leipzig angezündet.

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11
2026
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Symbolbild: Brandanschlag © shutterstock, bearbeitet by iQ
Symbolbild: Brandanschlag © shutterstock, bearbeitet by iQ

In Leipzig-Connewitz ist die Wohnung einer propalästinensischen Aktivistin Ziel eines mutmaßlichen Brandanschlags geworden. Wie das Online-Medium etos.media berichtet, war die Bewohnerin am Freitagabend nicht zu Hause, als in ihrer Wohnung ein Feuer ausbrach. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr konnte den Brand nach rund 30 Minuten löschen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts eines Branddelikts.

Drohungen gegen die Aktivistin

Dem Angriff waren über Wochen hinweg zahlreiche Drohungen gegen die Aktivistin vorausgegangen. Im Stadtteil waren mehr als 80 Graffiti mit Gewaltandrohungen, rassistischen und frauenfeindlichen Beleidigungen aufgetaucht. Einige davon enthielten konkrete Morddrohungen. Auch ihre Solidarität mit Palästina wurde dabei zum Ziel der Anfeindungen.

Hintergrund sind Auseinandersetzungen innerhalb des antifaschistischen Fußballvereins Roter Stern Leipzig. Dort kam es wiederholt zu Konflikten über Palästinasolidarität, die israelische Kriegsführung in Gaza und Antisemitismusvorwürfe. Die Aktivistin berichtet zudem von rassistischen Zuschreibungen und Anfeindungen innerhalb des Vereins. Auch die geplante Spendensammlung für eine humanitäre Organisation, die unter anderem Menschen in Gaza unterstützt, sorgte für Konflikte.

Besonders brisant sind Vorwürfe gegen ein hauptamtliches Vereinsmitglied, das die Aktivistin nach einem Vereinsplenum mit nationalsozialistischen Parolen und Gesten eingeschüchtert haben soll. Der Vereinsvorstand bestätigte den Ausruf einer verbotenen NS-Parole, bestritt jedoch, dass ein Hitlergruß gezeigt worden sei. Das betreffende Mitglied sei inzwischen suspendiert.

Die Polizei ermittelt

Die Polizei ermittelt wegen der zuvor angebrachten Drohungen unter anderem wegen Sachbeschädigung und Bedrohung. Ob ein Zusammenhang zwischen den Drohungen, den Auseinandersetzungen im Verein und dem Brandanschlag besteht, ist bislang nicht geklärt. Die Aktivistin fühlt sich nach dem Angriff nicht mehr sicher und traut sich nach eigenen Angaben kaum noch allein auf die Straße.