Kommentar

Muslime stärken die Demokratie statt sie zu gefährden

Zohran Mamdani und Abdul El-Sayed sprechen im Wahlkampf über Mieten, Bildung und Gesundheitsversorgung. Sie spielen keine gesellschaftlichen Gruppen gegeneinander aus. Ein Beispiel, das auch die deutsche Debatte verdient. Von Murat Gümüş.

05
11
2026
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Zohran Mamdani und Abdul El-Sayed © Anadolu Images, bearbeitet by iQ
Zohran Mamdani und Abdul El-Sayed © Anadolu Images, bearbeitet by iQ

„Muslime stärken die US-amerikanische Demokratie“. Das wäre mein Vorschlag für den nächsten Beitrag all jener, die „politischen Islam“ gerne als Kampfbegriff benutzen, in der politischen Beteiligung von Muslimen eine Gefahr für die Demokratie sehen und sie am liebsten aus den Parteien raushalten wollen.

Schauen wir doch mal, worüber Zohran Mamdani in New York und Abdul El-Sayed in Michigan im Wahlkampf gesprochen haben. Es ging um Fragen, die viele Menschen kennen und angehen:

Was bleibt vom Gehalt übrig, wenn die Miete bezahlt und der Tank gefüllt ist? Kann ich mir einen Arztbesuch leisten, wenn ich krank werde? Kann ich mir eine gute schulische Bildung für meine Kinder leisten? Warum geben wir Geld für Kriege aus? Wäre es an den Schulen unserer Kinder, im Rentensystem oder in Krankenhäusern nicht besser angelegt?

Wahlkampf ohne Sündenböcke

Beide muslimischen Politiker haben die Sorgen der Bürger ernst genommen und sich für sie eingesetzt. El-Sayed und Mamdani haben darüber gesprochen, wie Wohnen, Bildung und Gesundheitsversorgung bezahlbarer werden können, wo Steuergeld den Menschen konkret hilft und welche Ausgaben sie für falsch halten.

Wer sieht, dass die eigenen Probleme politisch ernst genommen werden und sich etwas ändern lässt, hat Grund, der Politik wieder zu vertrauen und ihre echten Lösungen zuzutrauen. Mamdani und El-Sayed haben gezeigt, dass das möglich ist, ohne gesellschaftliche Gräben aufzureißen, Bevölkerungsgruppen schlechtzureden oder sie zu Sündenböcken zu machen. So stärkt man Demokratie!

Politisches Engagement von Muslimen wahrnehmen

Bei uns in Deutschland heißt es oft, die AfD spreche die Sorgen der Menschen an. Um wie viel Euro sinken eigentlich die Mieten, wenn die AfD Migranten und Muslime zu Sündenböcken macht? Die Frage geht auch an diejenigen in anderen Parteien, die meinen, die AfD greife die richtigen Themen auf und vergreife sich dabei bloß im Ton.

Wer schon das politische Engagement von Muslimen mit dem Schlagwort „politischer Islam“ unter Verdacht stellt, versucht damit, sie aus der Politik herauszuhalten. Dabei ist es für Muslime genauso selbstverständlich, sich als Bürger für das Gemeinwohl einzusetzen, wie für Christen, Juden und Menschen anderer oder keiner Religion. Genauso sollte ihr Engagement auch wahrgenommen werden.

Und falls jemand daraus einen Beitrag machen möchte: Ich hätte noch einen Alternativvorschlag für eine Überschrift für den Beitrag: „Muslime können Mieten senken, muslimische Sündenböcke nicht“. Ich würde den Beitrag gerne lesen.