Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) geht es um die Bedeutung von Wissen und dessen Umsetzung im Leben. Der Islam messe dem Wissen einen hohen Stellenwert bei, was bereits mit dem ersten Gebot der Offenbarung „Lies!“ deutlich werde.
Wissen solle dem Menschen helfen, seinen Schöpfer zu erkennen, den Sinn seiner Existenz zu verstehen und sein Leben nach den richtigen Maßstäben auszurichten. Dabei sei Wissen nicht nur als theoretische Kenntnis zu verstehen, sondern müsse zu gutem Charakter, rechtschaffenem Handeln und Dienerschaft gegenüber Allah führen.
Wissen und Handeln seien daher untrennbar miteinander verbunden. Es reiche nicht aus, die Bedeutung des Gebets, der Aufrichtigkeit oder der gegenseitigen Hilfe zu kennen; das Gelernte müsse im Alltag umgesetzt werden. Die Predigt warne zugleich vor Wissen, das keinen Nutzen bringe, und rufe dazu auf, weiterhin nützliches Wissen zu erwerben und es durch Aufrichtigkeit, guten Charakter und rechtschaffenes Handeln zum Leben zu erwecken.
Die Freitagspredigt der Türkisch Islamischen Union e.V. (DITIB) behandelt die Bedeutung des gesellschaftlichen Friedens und die gemeinsame Verantwortung, ihn zu bewahren. Frieden werde als ein Zustand von Gerechtigkeit, Sicherheit, innerem Frieden und gegenseitigem Respekt verstanden, in dem die Würde des Menschen geschützt werde. Muslime seien aufgerufen, selbst Menschen des Friedens zu sein und durch ihr Verhalten zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beizutragen.
Unterschiede zwischen Menschen und Völkern sollten nicht zu Spaltung führen, sondern als Möglichkeit verstanden werden, einander kennenzulernen. Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft, Wahrhaftigkeit, gegenseitiger Respekt und der Verzicht darauf, anderen zu schaden, stärkten Vertrauen und Harmonie in der Gesellschaft.
Als Beispiel für die Bedeutung von Vergebung werde das Verhalten des Propheten Muhammad bei der Eroberung Mekkas genannt. Trotz des erlittenen Leids habe er auf Bestrafung verzichtet und seinen früheren Gegnern vergeben. Vergebung werde damit als Ausdruck moralischer Reife und als Weg zum Frieden verstanden.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.