Genozid in Gaza

112 Opfer eines Luftangriffs nach fast drei Jahren beigesetzt

Fast drei Jahre nach einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind die sterblichen Überreste von 112 Palästinensern beigesetzt worden. Tausende Menschen nahmen an der Trauerfeier teil.

05
08
2026
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Beisetzung in Gaza © Anadolu Agency, bearbeitet by IslamiQ.
Beisetzung in Gaza © Anadolu Agency, bearbeitet by IslamiQ.

Fast drei Jahre nach einem israelischen Luftangriff auf ein Wohngebiet im Gazastreifen sind die sterblichen Überreste von 112 Palästinensern beigesetzt worden. Die Leichen waren nach Angaben des Zivilschutzes erst vor wenigen Tagen unter den Trümmern eines zerstörten Wohnviertels im Stadtteil Sabra in Gaza-Stadt geborgen worden.

Die Opfer kamen demnach bei einem Angriff am 24. November 2023 ums Leben, einen Tag vor Inkrafttreten einer damaligen Feuerpause. Ziel des Angriffs war nach palästinensischen Angaben ein Wohngebiet, in dem Angehörige der Familien Hasayine und Abu Scharia lebten.

Vor der Beisetzung wurden die in palästinensische Fahnen gehüllten Särge in einem zerstörten Areal des Stadtteils nebeneinander aufgebahrt. Tausende Menschen, darunter auch politische Vertreter, nahmen an dem Trauerzug teil. Anschließend wurden die Toten auf dem Ahli-Baptist-Friedhof im Stadtteil Zeitun beigesetzt.

Teysir Hasayine, der Angehörige bei dem Angriff verlor, sprach von gemischten Gefühlen. Es sei schmerzhaft, den Verlust der Familie erneut zu erleben, zugleich gebe die Möglichkeit, die Verstorbenen nach fast drei Jahren würdig zu bestatten, Trost. Viele der Opfer seien Kinder, Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen gewesen, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs in ihren Häusern aufgehalten hätten.

Nach Angaben des Zivilschutzes wurden die 112 Leichen nach rund zweiwöchigen Sucharbeiten geborgen. Darunter seien 40 Kinder, 38 Frauen und sieben Menschen mit Behinderungen gewesen. Das Schicksal weiterer 157 Menschen, die noch unter den Trümmern vermutet werden, ist den Angaben zufolge weiterhin ungeklärt. Israel äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.