Genozid in Gaza

UN: Israelische Armee hat gezielt Kinder in Gaza angegriffen

Eine UN-Untersuchungskommission sieht im Gazastreifen schwere Verstöße durch Israel. Nach einem neuen Bericht seien palästinensische Kinder dort gezielt von der israelischen Armee angegriffen worden. Die Experten sprechen von Völkermord.

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06
2026
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Symbolbild: Vermisste Kinder in Gaza @ Belal Khaled - Anadolu Ajansı, bearbeitet by iQ.
Symbolbild: Vermisste Kinder in Gaza @ Belal Khaled - Anadolu Ajansı, bearbeitet by iQ.

Eine unabhängige Untersuchungskommission der Vereinten Nationen kommt in einem neuen Bericht zu dem Schluss, dass die israelische Armee gezielt palästinensische Kinder im Gazastreifen angegriffen hat. Die Experten sprechen von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.

Nach Angaben der Kommission habe sich das bereits im vergangenen Jahr festgestellte Muster fortgesetzt. Die anhaltenden Militäroperationen hätten zu einer beispiellosen Zahl getöteter, verletzter und traumatisierter Kinder geführt. Selbst nach dem im Oktober 2025 vereinbarten Waffenstillstand würden weiterhin Kinder getötet oder schwer verletzt.

Der Vorsitzende der Untersuchungskommission, Srinivasan Muralidhar, erklärte, die vorliegenden Beweise zeigten, dass palästinensische Kinder gezielt von israelischen Sicherheitskräften angegriffen und getötet worden seien. Die Kommission sieht darin ein zentrales Element für die Annahme einer genozidalen Absicht gegenüber der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen.

Geburtskliniken wurden bewusst angegriffen

Neben den Todesopfern verweist der Bericht auf die langfristigen Folgen des Krieges für Kinder. Genannt werden schwere körperliche und psychische Verletzungen, Traumatisierungen, Hunger, Vertreibung, Behinderungen sowie der Zusammenbruch des Bildungs- und Gesundheitssystems. Viele Kinder hätten Angehörige verloren oder seien von ihren Familien getrennt worden.

Zudem dokumentiert die Kommission nach eigenen Angaben Fälle von Misshandlungen palästinensischer Minderjähriger in israelischen Haftanstalten. Auch Angriffe auf Geburtskliniken und Einrichtungen für Neugeborene hätten die Überlebenschancen von Kindern erheblich beeinträchtigt.

Verstöße gegen Kinderrechte beenden

Die Experten werfen Israel außerdem vor, durch Blockaden und Belagerungen Hunger als Mittel der Kriegsführung einzusetzen. Dies habe den Tod weiterer Kinder verursacht und die Gesundheitsversorgung massiv verschlechtert. Die Kommission fordert Israel auf, die Verstöße gegen Kinderrechte unverzüglich zu beenden. Zugleich appelliert sie an die internationale Gemeinschaft, die Einhaltung des Völkerrechts sicherzustellen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Israel weist vergleichbare Vorwürfe regelmäßig zurück.