Initiative kulturelle Integration

Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ setzt bundesweites Zeichen

Am 21. Mai 2026 setzt der Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ bundesweit ein Zeichen für Offenheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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05
2026
Integrationsbeiräte und Migranten, Politik, Europa© Shutterstock, bearbeitet by iQ
Europa, Integrationsbeiräte und Migranten, Politik © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Am 21. Mai 2026 findet erstmals der bundesweite Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ statt. Dazu rufen die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration (IKI) auf – ein breit aufgestelltes Bündnis aus Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft, Religionsgemeinschaften, Medien, Sozialpartnern sowie Institutionen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

UNESCO-Welttag

Der Aktionstag steht im Kontext des UNESCO-Welttags der kulturellen Vielfalt und soll ein bundesweites Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt in einer offenen und pluralen Demokratie setzen. In ganz Deutschland sind Organisationen, Initiativen, Bündnisse sowie Einzelpersonen eingeladen, eigene Aktionen zu gestalten und umzusetzen. Ziel ist es, die gesellschaftliche Vielfalt sichtbar zu machen und zugleich den Wert von Zusammenhalt, gegenseitigem Respekt und demokratischer Teilhabe zu stärken.

Als inhaltliche Grundlage dienen die 15 Thesen der Initiative kulturelle Integration, die zentrale Leitgedanken für ein respektvolles, diskriminierungsfreies und solidarisches Miteinander formulieren. Sie bieten Orientierung und Inspiration für die vielfältigen Beiträge am Aktionstag.

Austausch zwischen Kultur, Bildung, Zivilgesellschaft

Mit dem neuen bundesweiten Format soll ein Raum entstehen, in dem unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und der Austausch zwischen Kultur, Bildung, Zivilgesellschaft und weiteren gesellschaftlichen Akteuren gestärkt wird. Der Aktionstag versteht sich als Auftakt für eine nachhaltige Förderung von Zusammenhalt in Vielfalt.

Leserkommentare

grege sagt:
Der Artikel zum Aktionstag „Zusammenhalt in Vielfalt“ bleibt auf der Ebene wohlklingender Schlagworte stehen und verzichtet weitgehend auf inhaltliche Einordnung. Begriffe wie „Vielfalt“, „Respekt“ und „Zusammenhalt“ werden positiv gesetzt, ohne zu beleuchten, was sie im konkreten gesellschaftlichen Alltag tatsächlich bedeuten – und welche Spannungen oder Zielkonflikte damit verbunden sind. Dabei umfasst Vielfalt weit mehr als kulturelle Sichtbarkeit oder symbolische Aktionen. Sie setzt voraus, auch Weltanschauungen und Lebensentwürfe zu tolerieren, die den eigenen Überzeugungen widersprechen. Genau hier wäre eine differenzierte Auseinandersetzung notwendig gewesen: Wie weit reicht diese Toleranz tatsächlich? Wo liegen ihre Grenzen? Und welche Erwartungen ergeben sich daraus für alle Beteiligten? Stattdessen bleibt der Beitrag auffallend einseitig und übernimmt weitgehend eine positive Verlautbarungslogik. Kritische Fragen – etwa zu Integrationsanforderungen, gesellschaftlicher Kohäsion oder realen Spannungsfeldern – werden vollständig ausgeblendet. Vor diesem Hintergrund wirkt die Darstellung von „Vielfalt“ umso weniger überzeugend. Denn dazu gehört auch die Akzeptanz von Lebensweisen, die nicht den eigenen religiösen oder kulturellen Vorstellungen entsprechen – ausdrücklich auch im Hinblick auf sexuelle Vielfalt. Gerade hier ist aus der Vergangenheit bekannt, dass entsprechende Positionen nicht immer vorbehaltlos vertreten wurden. Umso mehr hätte es nahegelegen, den eigenen Anspruch an Vielfalt auch selbstkritisch zu reflektieren, statt ihn ausschließlich nach außen zu formulieren. Wer Vielfalt einfordert, muss sie in ihrer ganzen Breite mittragen – nicht nur dort, wo sie mit den eigenen Überzeugungen übereinstimmt. Andernfalls bleibt der Begriff selektiv und verliert an Glaubwürdigkeit. Auffällig ist darüber hinaus eine grundsätzliche Inkonsistenz: Ausgerechnet ein Medium, das regelmäßig eine differenzierte und ausgewogene Berichterstattung über den Islam und Muslime einfordert, verzichtet hier selbst vollständig auf kritische Distanz. Der Beitrag bleibt einseitig – nur diesmal in die andere Richtung. Hinzu kommt ein Aspekt, der zumindest eine kritischere Einordnung nahegelegt hätte: IslamiQ wird in der öffentlichen Berichterstattung als publizistisches Angebot aus dem Umfeld der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) eingeordnet, unter anderem im Zusammenhang mit der in Köln ansässigen PLURAL Publications GmbH. Gleichzeitig zeigen Medienberichte, dass im Umfeld der IGMG wiederholt Infrastruktur auch für politische Mobilisierung im Kontext türkischer Wahlen genutzt wurde, bei denen Vertreter der AKP auftreten und gezielt Teile der Diaspora ansprechen. Vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung in der Türkei unter Präsident Erdoğan, die seit Jahren im Hinblick auf den Umgang mit politischem und gesellschaftlichem Pluralismus kritisch diskutiert wird, stellt sich umso mehr die Frage, welches konkrete Verständnis von „Vielfalt“ hier vertreten wird. Gerade deshalb wäre es notwendig gewesen, diese Spannungsfelder zumindest anzusprechen, statt ein rein positives und konfliktfreies Bild zu zeichnen. Glaubwürdigkeit entsteht nicht durch wohlklingende Begriffe, sondern durch konsistente Maßstäbe – auch dort, wo es unbequem wird. Gerade beim Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt wäre weniger Haltung und mehr Analyse der deutlich nachhaltigere Beitrag.
27.05.26
8:51