Wer Islamische Theologie studieren will – etwa um Lehrer dafür zu werden – kann dies an mehreren deutschen Hochschulen tun. Erstmals bekommt eine Uni nun aber einen eigenständigen Fachbereich.

Die Universität Münster bekommt nach eigenen Angaben die erste Islamisch-Theologische Fakultät an einer deutschen Hochschule. Der Fachbereich mit acht Professuren soll zum 1. Juli gegründet werden, teilte die Hochschule mit.
Als Gründungsdekan steht der islamische Religionspädagoge und Soziologe Mouhanad Khorchide fest, der seit 2012 das Zentrum für Islamische Theologie an der Uni leitet, an dem unter anderem Lehrkräfte für den islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden.
Mit der Gründung einer eigenständigen Fakultät sei eine deutliche Aufwertung von islamischer Forschung und Lehre in Deutschland verbunden, sagte ein Sprecher der Uni. War das Zentrum für Islamische Theologie noch dem Fachbereich für Philologie zugeordnet, verfüge es als eigener Fachbereich dann nicht nur über größere finanzielle Ressourcen, sondern könne auch selbstständig über das eigene Profil entscheiden.
An der Universität sollen auch künftig Lehrer und Lehrerinnen für den islamischen Religionsunterricht ausgebildet werden. Neben Religionspädagogik gibt es sieben weitere Professuren, unter anderem zu Themen wie islamische Geschichte, Ethik und Philosophie.
In der kommenden Woche (22. April) wollen Hochschulrektor Johannes Wessels und Gründungsdekan Khorchide über die inhaltliche Ausrichtung und personelle Ausstattung näher informieren. (dpa, iQ)