UNHCR

Neuer Rekordhoch: Mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht

Nach Angaben des UNHCR beträgt die Zahl der gewaltsam vertriebenen Menschen derzeit weltweit rund 103 Millionen. Ein neuer Rekord.

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Tausende demonstrieren für Aufnahme von Flüchtlingen © Twitter, bearbeitet by iQ.
Sybolbild: Flucht © Twitter, bearbeitet by iQ.

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung auf der Flucht sind, war nach UN-Angaben noch nie so hoch wie heute. Nach Angaben des UNHCR beträgt die Zahl der gewaltsam vertriebenen Menschen derzeit weltweit rund 103 Millionen. Die Zahl umfasst demnach Geflüchtete, Asylsuchende, Binnenvertriebene und andere schutzbedürftige Menschen. Verglichen mit dem Stand von Ende 2021 bedeute dies, dass jetzt 13,6 Millionen Menschen mehr auf der Flucht seien als vor einem Jahr – ein Anstieg von 15 Prozent.

Dies sei eine unvorstellbare Zahl, die vor zehn Jahren niemand für möglich gehalten hätte, teilte die UNO-Flüchtlingshilfe am Mittwoch in Bonn mit. Hauptgrund für den rasanten Anstieg in diesem Jahr sei unter anderem die russische Invasion in der Ukraine. Zusammen mit den sich verschärfenden Notlagen in afrikanischen Ländern, in Afghanistan oder der Rohingya in Myanmar und weiteren Regionen habe dies die Zahl der Flüchtlinge über die Marke von 100 Millionen steigen lassen.

Acht Millionen Geflüchtete aus der Ukraine

Knapp ein Drittel der ukrainischen Bevölkerung sei bislang vertrieben worden, so die UNO-Flüchtlingshilfe, der nationale Partner des Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Das seien fast acht Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer, die als Flüchtlinge in europäischen Ländern lebten, und mehr als 6,5 Millionen, die Vertriebene im eigenen Land seien.

Die Hilfsbereitschaft sei nach wie vor groß, besonders in den Nachbarländern der Ukraine, aber auch in Deutschland. Die Diskussionen über die Aufnahme der Geflüchteten, über Verantwortlichkeiten und fehlende Kapazitäten würden jedoch zunehmend hitziger und schärfer geführt.

Ruf nach Ende der Gewalt in Myanmar

Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sind seit Januar 1.920 Rohingya per Boot geflohen. Hunderte seien dabei gestorben oder würden vermisst. Anfang Dezember waren rund 200 Rohingya-Flüchtlinge auf einem Boot an der Küste Thailands gestrandet. Berichten zufolge trieb es mehrere Tage hilflos auf See, nachdem die Motoren ausgefallen waren. Die Menschen an Bord seien ausgehungert und stark dehydriert gewesen. Laut unbestätigten Informationen starben an Bord auch Menschen, darunter Frauen und Kinder.

Im mehrheitlich buddhistischen Myanmar hatte 2017 eine Militäroffensive begonnen, die vor allem auf die muslimische Minderheit der Rohingya zielte. Die Armee von Myanmar hatte mehr als 750.000 Rohingya gewaltsam über die Grenze nach Bangladesch vertrieben. Die UN bezeichnen ihre Verfolgung als Völkermord. (dpa, iQ)