Hannover

Unbekannte beschädigen muslimische Kindergräber in Hannover

Mehrere Grabschilder sind im Bereich des muslimischen Kindergräberfelds auf dem Stadtfriedhof Stöcken (Hannover) beschädigt worden. Muslime fordern Aufklärung.

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2022
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Muslimische Kindergräber in Hannover
Muslimische Kindergräber in Hannover

Unbekannte haben auf einem Friedhof in Hannover mehrere muslimische Kindergräber geschändet. Auf dem muslimischen Teil des Stadtfriedhofs Stöcken seien in der Nacht auf Dienstag mehrere Grabschilder umgeworfen und beschädigt worden.

Der Vorsitzende der Schura Niedersachsen Recep Bilgen verurteilt den Angriff aufs Schärfste und fordert die Verantwortlichen auf, „die Sache lückenlos aufzuklären“, erklärt Bilgen auf Twitter.

Am Nachmittag äußerte sich auch die Polizei zur Schändung und teilte mit, dass der Staatsschutz die Ermittlungen angenommen habe. Das Polizeikommissariat Stöcken hat Ermittlungen wegen Verdachts der Störung der Totenruhe aufgenommen. Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen. „Ein Verschulden durch Personen steht ebenso im Raum, wie Ursachen durch tierische oder natürliche Ursachen. Tatverdächtige werden derzeit im Vorgang nicht geführt. Ebenso liegen aktuell keine konkreten Erkenntnisse auf einen islamfeindlichen Zusammenhang vor“, erklärte die Polizei auf Anfrage von IslamiQ. Jedoch nehme die Polizei den Vorfall sehr ernst.

In Iserlohn ereignete sich im Januar ein ähnlicher Vorfall. Unbekannte hatten in der Zeit des Jahreswechsels auf dem muslimischen Teil des Hauptfriedhofs in Iserlohn rund 30 Grabsteine umgeworfen. Sie beschädigten zudem Dekorationselemente und Pflanzen. Damals ermittelte der Staatsschutz wegen Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung. Die Tat hatte bundesweit Empörung ausgelöst.

2021: 662 Angriffe auf Muslime und Moscheen

Im vergangenen Jahr hat es in Deutschland 662 Angriffe auf Muslime und Moscheen gegeben. Bei den Tätern handele es sich überwiegend um Rechtsextreme. Zu den erfassten Straftaten zählten etwa Hetze im Internet, Drohbriefe und persönliche Angriffe, aber auch Sachbeschädigung und Schmierereien. Bei den Taten wurden demnach 17 Menschen leicht oder schwer verletzt. Die Behörden registrierten alleine in 46 Fällen Anschläge, Schmierereien und Schändungen auf und von Moscheen.