Österreich

Moscheen öffnen mit Ordnungsdienst und Abstand

In Österreich sind Moscheen und andere Gotteshäuser aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Diese soll nun ab Mitte Mai stufenweise eröffnet werden.

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04
2020
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Moschee in Wien, Wiener Zentralmoschee
Wiener Zentral-Moschee © Perspektif, bearbeitet by iQ.

Die Wiederaufnahme von Gottesdiensten in österreichischen Moscheen und Kirchen wird ab dem 15. Mai mit Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. Pro 20 Quadratmeter dürfe nur ein Teilnehmer die Gotteshäuser betreten, während der Gottesdienste gelte ein Abstand von mindestens zwei Metern zwischen den Teilnehmern, sagte die zuständige Ministerin Susanne Raab (ÖVP) am Donnerstag in Wien.

Die Durchsetzung der neuen Vorschriften sollen die Kirchen und Glaubensgemeinschaften selbst regeln, etwa mit Ordnungsdiensten. Ministerin Raab betonte, dass sich alle in Österreich aktiven Religionen und Glaubensgemeinschaften in einer Videokonferenz auf die Maßnahmen verständigt hätten. Dazu gehöre auch das Tragen eines Mundschutzes. 

IGGÖ: Moscheen stufenweise öffnen

„Wir wollen unsere Moscheen stufenweise öffnen. Wir bereiten gerade intern vor, wie wir den ersten Schritt ab Mitte Mai gestalten könnten“, erklärt IGGÖ-Präsident Ümit Vural. Im Ramadan möchte man durch Online-Angeboten mit den Mitgliedern aber weiterhin in Verbindung bleiben. Aktuell werden Schutzkonzepte erarbeitet. „Wir haben als Religionsgemeinschaften bis jetzt einen gemeinsamen Weg gefunden und wollen diesen Weg auch in Zukunft gemeinsam gehen“, so Vural weiter. Das weitere Vorgehen werde sich dabei an den Vorgaben der Gesundheitsbehörden orientieren. Die von der Bundesregierung beschlossenen Beschränkungen und Vorschriften unterstütze die IGGÖ zudem uneingeschränkt.

Bulgarien: Keine Gemeinschaftsgebete 

Die muslimische Minderheit im Balkanland Bulgarien muss wegen der Corona-Pandemie während des beginnenden Fastenmonats Ramadan auf Massengebete in den Moscheen verzichten. Es werde auch kein gemeinsames Fastenbrechen (Iftar) geben, teilte das Amt des Obersten Mufti in Bulgarien am Donnerstag mit. Gebete sowie Beiträge zum Ramadan sollen online gestellt werden.

In dem EU-Land sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung Muslime. Sie sind vor allem ethnische Türken – Nachfahren aus der Zeit des Osmanischen Reiches, die heute im Süd- und Nordosten Bulgariens leben.