Österreich

Kopftuchverbot: IGGÖ kritisiert geplante Ausweitung

Die ÖVP in Österreich fordert ein Kopftuchverbot für alle Lehrerinnen an öffentlichen Schulen. Die IGGÖ kritisiert die geplante Ausweitung des Kopftuchverbots.

24
08
2019
IGGÖ bezieht Stellung zu den Moscheeschließungen. © IGGÖ/screenshot
IGGÖ bezieht Stellung zu den Moscheeschließungen. © IGGÖ/screenshot

Die ÖVP in Österreich fordert ein Kopftuchverbot für alle Lehrerinnen an öffentlichen Schulen. Die Begründung der ÖVP: Mit der Kopfbedeckung würden die Frauen „implizit die Neutralität des Staates“ untergraben. Denn ein Kopftuch sei ein „deutlich sichtbares, demonstratives Symbol“, das „Schüler politisch beeinflussen“ könne. Daher müsse es verboten werden. Wie man diese Regelung allerdings umsetzten möchte, stehe nicht fest. Mehr Details zu der Forderung gebe es derzeit auch nicht.

„Diskriminierung von Musliminnen geht weiter“

Die „Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich“ (IGGÖ) kritisiert die geplante Ausweitung des Kopftucheverbots in Österreich. Das Kopftuchverbot „negiere Grundrechte muslimischer Mädchen und Frauen“, heißt es in der Pressemitteilung der IGGÖ.

„Das bereits beschlossene Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen, vor dem wir gewarnt hatten, und aktiv gegen das Verbot auch juristisch vorgehen, war der erste Schritt zur Segregation und Diskriminierung von muslimischen Mädchen. Man sieht nun bestätigt, dass es nicht dem Kindeswohl diente, sondern nur der erste Schritt war, um das Kopftuch aus dem öffentlichen Leben zu verbannen“, so die IGGÖ.

Der IGGÖ Präsident Ümit Vural beklagt zudem, dass das geplante, ausgeweitete Kopftuchverbot darauf abziele, die Muslimin als aktiven Teil der Gesellschaft, Schritt für Schritt, aus dem gesamten öffentlichen Leben auszuschließen und ihren Beitrag zu minimieren. Er appellierte an die Verantwortlichen, „keinen Wahlkampf auf dem Rücken der muslimischen Frauen zu machen“.

Kritik bekam die ÖVP auch von den anderen Parlamentsparteien. Die Liste Jetzt, FPÖ, SPÖ, Neos sprachen am Freitag von einem „billigen Ablenkungsmanöver“. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda erklärte: „Die ÖVP steckt mitten in einem Spendenskandal-Sumpf und versucht jetzt mit einer durchsichtigen Debatte ums Kopftuch davon abzulenken.“

Kopftuchverbot an Volkshochschulen

Die Bundesregierung hatte unter Sebastian Kurz ein Kopftuchverbot für Kinder im Kindergarten und in der Volksschule auf den Weg gebracht. Durch eine Änderung des Schulunterrichtsgesetzes, die auf einen Antrag von Abgeordneten der ÖVP-FPÖ-Koalition zurückgeht, legt fest, dass für Kinder bis zu ihrem 11. Geburtstag in der Schule keine Verhüllung des Hauptes aus weltanschaulichen und religiösen Gründen erlaubt ist. Die jüdische Kippa und die Patka der Sikhs waren von diesem Verbot explizit nicht umfasst.

 

Leserkommentare

Ralf Weide, Fresnostr. 7, 48159 Münster sagt:
Ganz einfach: Kein Kopftuchzwang. Kopftücher, Kippas und sonstige Haarbedeckungen aus biologischen Hanfstoffen. Hass-Mails werden unerbittlich bestraft! DIE ROTEN
24.08.19
19:03
Brad Lewis sagt:
Kopf-Verhüllungstücher kann man ganz einfach abnehmen. Keine anderen sich religiös gebenden Glaubensgruppierungen machen so ein Theater um das Thema Kopfverhüllung wie islamische Koranbuch-Anhänger nebst ihren Anführern. Da sich die islamischen Glaubensströmungen auch politisch immer mehr auffällig und demonstrativ in den Vordergrund drängen, müssen allen islamischen Politambitionen klare Grenzen aufgezeigt werden. Der politische Islam ist gefährlich. Der wehrhafte Rechtsstaat muß nicht allen muslimischen Wünschen nach Extra-Würsten Folge leisten. Gerade der Islam pocht auf Religionsfreiheit für sich um später dann diese in Religionsunfreiheit umzuwandeln. Leider merken das viele erst spät bzw. auch zu spät.
24.08.19
20:35
IslamFrei sagt:
Liebe Leser, Die Iggö ist der Meinung: " Man sieht nun bestätigt, dass es [ das KopftuchVerbot ] - - der erste Schritt war, um das Kopftuch aus dem öffentlichen Leben zu verbannen“. ---------- Das könnte glatt sein, aber wenn es so ist, was soll daran falsch sein? Die Regierung verbietet Aktivisten einer menschenverachtende Ideologie ihre Propagandamittel. Ein wichtiger Schritt, der vom Muslims Islam ausgehende Vergewaltigungs- und Mordgefahr, in's Besondere für normal gekleidete junge Frauen für zu begegnen. Hakenkreuze der Neonazis sind doch auch verboten? Dabei geht sowohl vom Islam als von Neonazis eine Gefahr aus.
26.08.19
0:24
H.Fikri sagt:
wo bleibt Relegionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Entscheidungsfreiheit,Menschenrechte....ect in Österreich? zweite Weltkrieg habt ihr wegen Juden gemacht. Dritte Weltkrieg wollt ihr wegen Islam machen? Meine Meinungs nach es gibt in Östereich weder Demokratie noch Menschenrechte.
09.09.19
11:08