Bundesrat

NRW und Bayern wollen Gesichtsverhüllungsverbot

Die Bundesländer NRW und Bayern unterbreiten dem Bundesrat einen gemeinsamen Gesetzesvorschlag für ein Verbot von Gesichtsschleier vor Gericht.

26
08
2018
Symbolbild: Gerichtssaal, Richter, Urteil © perspektif.eu
Symbolbild: Richter, Urteil © perspektif.eu

Nordrhein-Westfalen und Bayern wollen zu Wochenbeginn dem Bundesrat einen gemeinsam erarbeiteten Gesetzentwurf zur Gesichtsverschleierung vor Gericht zuleiten. Gesichtsverhüllungen seien mit der Wahrheitsfindung nicht vereinbar und müssten deshalb im Gericht tabu sein, sagte Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Ohne Mimik und Gestik sei eine Aussage kaum etwas wert. „Wenn einem Zeugen der Schweiß auf der Stirn steht oder die Gesichtszüge entgleiten, müssen Richter das bei der Bewertung einer Aussage berücksichtigen können.“

Mit ihrem Antrag, der der dpa vorliegt, setzen beide Länder einen Beschluss der Justizministerkonferenz vom Juni um. Bislang gibt es in Deutschland kein grundsätzliches Verbot, während einer Verhandlung das Gesicht zu verhüllen, sondern lediglich richterliche Anordnungen im Einzelfall.

Mit einer Änderung des Gerichtsverfassungsgesetzes soll Klarheit geschaffen werden. Das Verhüllungsverbot, das auch Masken, Sturmhauben oder Motorradhelme umfasst, soll für die Verhandlungsparteien, Zeugen und andere Verfahrensbeteiligte gelten. Ausnahmen sind unter anderem für besonders gefährdete Prozessbeteiligte oder Opfer von Säure-Attacken vorgesehen. Der Entwurf soll in der ersten Bundesratssitzung nach der Sommerpause am 21. September beraten werden.

Seit Juni 2017 verbietet ein Bundesgesetz Gesichtsverhüllungen in der Beamtenschaft und beim Militär. Gleiches gilt unter anderem für Personalausweise. Auch Führer eines Kraftfahrzeugs dürfen ihr Gesicht seit Oktober 2017 nicht mehr verhüllen. Darüber hinaus gibt es länderspezifische Regelungen etwa für Schulen und Hochschulen. (dpa/iQ)

Leserkommentare

Kritika sagt:
L.S. Ein notwendiger Schritt in der richtigen Richtung: religiöse Kleidung hat hier nichts zu suchen. Langsam kommen auch Kopftuch-Einschränkungen zur Sprache; In Schulen, für Kinder. Deutschland macht Fortschritt, wenn auch langsam. Die Strasse ist kein ProvokationsOrt für verbohrte Muslims Querulanten vom Schlage Typ Ludin sollen keine öffentliche Bühne für ihre engstirnige Propaganda zuGunsten einer zutiefst undemokratische Staatsordnung haben. Gruss, Kritika
26.08.18
23:12
Ute Fabel sagt:
Der pakistanische Atomphysiker Pervez Hoodbhoy berichtete kürzlich Folgendes in einem "Spiegel"-Interview: "Als ich begann, hier an der Quaid-e-Azam-Universität in Islamabad Anfang der siebziger Jahre zu unterrichten, gab es auf dem gesamten Campus nur eine einzige Studentin, die eine Burka trug. Heute sind etwa 70 Prozent der Frauen hier komplett verhüllt. Nur 30 Prozent laufen normal herum." Wehret den Anfängen ist daher dringend angesagt. Nicht nur vor Gericht, sondern im gesamten öffentlichen Raum, sollte ein Vermummungsverbot gelten. Der Staat soll Kante zeigen, anstatt untätig die Zügel schleifen lassen.
30.08.18
12:51