Im Interview mit dem neuen Islamratsvorsitzenden Burhan Kesici sprechen wir über das bisherige Engagement des Islamrats, die Verdienste von Ali Kızılkaya und die angestrebten Ziele, Diskurse und Projekte des Islamrates unter der Leitung des neu gewählten Vorsitzenden.
Der islamische Dachverband Islamrat wählte an diesem Wochenende seinen neuen Vorsitzenden. Burhan Kesici löst somit Ali Kizilkaya, der seit 2002 diese Position inne hatte, als Vorstandsvorsitzenden ab.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung prüft, ob die vier großen muslimischen Verbände den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts erfüllen. Künftig sollen auch kleinere muslimische Organisationen in den Verhandlungsprozess mit einbezogen werden.
Mit Nurhan Soykan wurde zum ersten Mal eine Frau zur KRM-Sprecherin und somit zur Vertretung der Muslime in Deutschland gewählt. Mit uns sprach Soykan über die Zukunft des KRM und die Bedeutung ihrer neuen Position.
Muslimische und jüdische Vertreter fordern eine separate Erfassung islamfeindlicher und antisemitischer Straftaten. Unterstützt wird die Forderung von der Linkspartei.
Der Islamratsvorsitzende Kızılkaya einigte sich bei einem Treffen mit Roger Lewentz, dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, auf eine engere Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaft mit staatlichen Institutionen.
Die islamischen Religionsgemeinschaften ZMD und DITIB streiten über die Antisemitismus-Position des KRM und über die Rollenverteilung der Mitgliederorganisationen innerhalb des Dachverbandes.
Der Islamratsvorsitzende Ali Kızılkaya legte im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ Nahe, für eine Kultur des Respekts zu werben und den Blasphemie-Paragrafen in seiner jetzigen Form beizubehalten. Eine „echte Respektskultur“ lasse sich nicht über eine Gesetzesänderung erzwingen.
Scharfe Kritik an Pegida. Aydan Özoğuz (SPD), Staatsministerin für Integration, wirft der Pegida-Gruppierung Rassismus vor. Islamratsvorsitzender Ali Kızılkaya hat kein Verständnis für Pegida-Versteher und die UETD ruft zur Teilnahme an Gegendemonstrationen auf. Der Kölner Dom bleibt bei einem Pegida-Aufmarsch dunkel.
Die Kritik an den islamfeindlichen und rassistischen Pegida-Demonstrationen nimmt zu. Jetzt hat sich auch Islamratsvorsitzender Ali Kızılkaya in die Debatte eingeschaltet und kritisiert eine Politik des Generalverdachts gegenüber Muslimen. Innenminister De Maizière betont unterdessen: Es gibt keine Islamisierung.