Österreich

Kopftuchverbot für Schülerinnen tritt in Kraft

Mit Beginn des neuen Schuljahres gilt in Österreich das Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 Jahre. Die IGGÖ kritisiert die Regelung und hofft auf eine Aufhebung durch den Verfassungsgerichtshof.

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09
2026
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Symbolbild: Schülerin mit Kopftuch
Symbolbild: Schülerin mit Kopftuch © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

Mit Beginn des neuen Schuljahres gilt in Österreich das umstrittene Kopftuchverbot für Mädchen bis zum Alter von 14 Jahren. Lehrkräfte und Schulen sind verpflichtet, die neue Regelung umzusetzen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) lehnt das Verbot ab und setzt auf eine Überprüfung durch den Verfassungsgerichtshof.

Sollte ein Mädchen das Kopftuch nicht ablegen und Gespräche mit den Eltern erfolglos bleiben, müssen Schulen den Fall dokumentieren und an die zuständigen Behörden melden. Bei Verstößen können Geldstrafen verhängt werden.

Die IGGÖ warnt vor möglichen Folgen des Verbots. Schulamtsleiterin Carla Amina Baghajati erklärte, eine solche Regelung könne insbesondere extremistischen Kräften Argumente liefern und das Vertrauen junger Musliminnen in staatliche Institutionen schwächen. „Die große Gefahr, die wir sehen: Dass das Wasser auf die Mühlen extremistischer Ränder ist, die damit sagen, schaut, ihr propagiert immer Vertrauen in den Rechtsstaat, Vertrauen in die Institution Schule, und das tue ich wirklich mit vollem Herzen, aber ihr kommt ja nicht durch, also kommt gleich zu uns“, so Baghajati.

Die Lehrergewerkschaft verwies darauf, dass Lehrkräfte als öffentlich Bedienstete zur Umsetzung geltender Gesetze verpflichtet seien. Die Bildungsdirektion teilte mit, Schulen seien bereits seit Monaten auf die neue Regelung vorbereitet und würden mit Leitfäden und weiteren Materialien unterstützt.

Die Schulen stehen demnach bereits mit betroffenen Familien in Kontakt. Auch die IGGÖ betont, dass geltende Gesetze einzuhalten seien, hält das Verbot jedoch für den falschen Weg. Bereits 2020 war ein früheres Kopftuchverbot in Österreich vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben worden. Gegen die neue Regelung protestierten am Montag zudem SPÖ-Jugendorganisationen mit einem Schulstreik.