Lennestadt

Kirche stellt Muslimen Platz für eigenes Grabfeld bereit

Muslime im Raum Lennestadt sollen künftig nach ihren religiösen Vorschriften bestattet werden können. Eine evangelische Kirchengemeinde plant dafür ein eigenes Grabfeld auf ihrem Friedhof.

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Grabfeld Ruhefrist, Germersheim
Muslimisches Grabfeld, Germersheim © Shutterstock, bearbeitet by iQ

Als erste evangelische Kirchengemeinde in der Region will die Gemeinde Attendorn-Lennestadt ein muslimisches Grabfeld auf ihrem Friedhof in Grevenbrück einrichten, wie die Westfalenpost berichtet. Dort sollen Muslime künftig nach ihren religiösen Vorschriften beigesetzt werden können.

Bislang gibt es in Lennestadt kein entsprechendes Grabfeld. Nach Angaben von Adem Bolatli, dem Vorsitzenden der örtlichen DITIB-Moscheegemeinde, stellt dies viele muslimische Familien vor Probleme.

Zwar gebe es muslimische Grabfelder unter anderem in Olpe und Attendorn. Diese seien jedoch häufig für Menschen aus den jeweiligen Kommunen vorgesehen. „Die Familien können das nicht verstehen, dass es hier keine Bestattungsmöglichkeit gibt“, sagte Bolatli.

Evangelische Kirche ändert Friedhofssatzung

Die evangelische Kirchengemeinde hat die Pläne nach eigenen Angaben bereits weit vorangebracht. Das Presbyterium habe sich grundsätzlich für ein entsprechendes Bestattungsfeld ausgesprochen, sagte dessen Vorsitzende Juliane Schnittka. Auch die landeskirchlichen Gremien hätten einer Änderung der Friedhofssatzung zugestimmt.

Auf einer bislang ungenutzten Fläche des Friedhofs soll ein neues Gräberfeld entstehen. Die muslimischen Bestattungen sollen unter anderem ohne Holzsarg und mit einer Ausrichtung nach Mekka möglich sein. Für Grabgestaltung, Pflege und Gebühren sollen grundsätzlich dieselben Regeln gelten wie für andere Grabstätten.

Anfang August wurde bereits ein Muslim bestattet

Die Kirchengemeinde steht nach eigenen Angaben seit mehr als einem Jahr mit muslimischen Gruppen im Gespräch. Zunächst soll die eigene Gemeinde über die Pläne informiert werden. Auch ein Treffen mit muslimischen Verbänden ist vorgesehen. Die Notwendigkeit einer Lösung zeigte sich bereits Anfang August. Nach dem Tod eines 26-Jährigen aus der örtlichen Moscheegemeinde ermöglichte die evangelische Gemeinde kurzfristig eine Beisetzung auf ihrem Friedhof. Bolatli dankte der Kirchengemeinde für die schnelle und unbürokratische Hilfe.

Das geplante muslimische Grabfeld soll grundsätzlich Menschen aus Lennestadt, Kirchhundem, Finnentrop und Attendorn offenstehen. Weitere Anfragen sollen im Einzelfall geprüft werden.