Islamische Begriffe

Was bedeutet der Begriff „Umma“?

Immer mehr islamische Begriffe werden im alltäglichen Sprachgebrauch benutzt. Im IslamiQ Glossar erklären wir die Bedeutung dieser Begriffe. Heute die „Umma“.

02
08
2026
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DEr Begriff Umma im Islam
Der Begriff Umma im Islam © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.

Der Begriff Umma bezeichnet ursprünglich eine Generation oder Gemeinschaft von Menschen, die durch gemeinsame Merkmale wie Religion, Sprache oder Herkunft verbunden sind. Im Koran Umma unterschiedlich verwendet und kann sich auf die Welt aller Lebewesen, die gesamte Menschheit, verschiedene Gesellschaften oder die Gesamtheit der Muslime beziehen.

Zudem umfasst der Begriff „Umma“ Gruppen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, die besondere Aufgaben übernehmen (Sure 3:104). Allen Bedeutungen gemeinsam ist die Vorstellung einer Gemeinschaft auf gemeinsamer Grundlage.

Heutzutage bezeichnet Umma die Gemeinschaft aller Muslime, die unabhängig von Sprache, Herkunft oder Nationalität als Teil einer Gemeinschaft verstanden werden, in der Zusammenhalt, Mitgefühl und gegenseitige Unterstützung wichtig sind.

Umma hat keine politischen Pflichten

In der islamischen Theologie wird außerdem zwischen ummat ad-daʿwa („Gemeinschaft der Einladung“) – der gesamten Menschheit, und ummat al-idschaba („Gemeinschaft der Annahme“) – Menschen, die den Islam angenommen haben, unterschieden. Da sich Umma mit sozialpolitischen Begriffen wie Staat oder Staatsbürgerschaft überschneidet, wird auch in muslimisch geprägten Ländern über seinen Bedeutungsrahmen diskutiert.

Im westlichen Diskurs wird mitunter angedeutet, die Vorstellung einer Umma stünde im Widerspruch zur Staatszugehörigkeit. Dabei wird teilweise die Loyalität von Muslimen gegenüber den Ländern, in denen sie leben, hinterfragt. Muslimische Intellektuelle weisen dies zurück und betonen, Umma sei ein religiöser Begriff, aus dem sich keine politischen oder rechtlichen Pflichten ableiten. Daher bestehe kein Widerspruch zwischen der Zugehörigkeit zur Umma und zu der eines Landes.

Gemeinschaft aller Muslime

Ein Katholik kann sich zur Weltkirche bekennen und zugleich Staatsbürger mit allen bürgerlichen Rechten und Pflichten sein. In der Verfassung von Medina, die der Prophet Muhammad im 7. Jahrhundert mit den Stämmen Medinas schloss, wurde die politische und soziale Grundlage für eine religionsübergreifende Gemeinschaft geschaffen. Darin wird festgehalten, dass Juden und Muslime gemeinsam eine Umma im politischen und sozialen Sinne bilden, wobei jede Gemeinschaft ihre eigene Religion behält.

Trotz der unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs hat sich Umma heute vor allem als Bezeichnung für die Gemeinschaft aller Muslime etabliert.

Literatur

Martin Thurner u. a. (Herausgeber): Lexikon des Dialogs. Grundbegriffe aus Christentum und Islam, Herder Verlag 2014.

Monika und Udo Tworuschka: Die Welt der Religionen: Geschichte, Glaubenssätze, Gegenwart. Chronik Verlag 2006.