Schongau

Manifest nach Amoklauf offenbart islamfeindliches Motiv

Nach dem Messerangriff an einer Schule in Schongau verdichten sich Hinweise auf ein islamfeindliches Tatmotiv. Ein im Internet aufgetauchtes Manifest soll Anschläge auf Moscheen ankündigen und das Attentat von Christchurch verherrlichen.

12
07
2026
0
Symbolbild: Polizei © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.
Symbolbild: Polizei © shutterstock, bearbeitet by IslamiQ.

Nach dem Messerangriff am Welfen-Gymnasium in Schongau prüfen die Ermittlungsbehörden, ob hinter der Tat ein rassistisches oder rechtsextrem motiviertes Weltbild stand. Anlass ist ein 19-seitiges Manifest, das nach der Tat im Internet veröffentlicht wurde und dem mutmaßlichen 16-jährigen Täter zugeschrieben wird. Die Echtheit des Dokuments ist bislang nicht bestätigt.

Das Schreiben enthält massive islamfeindliche, frauenfeindliche und queerfeindliche Aussagen sowie Gewaltfantasien. Unter anderem richtet sich der Verfasser gegen Muslime und Frauen. Zudem wird der rechtsextreme Attentäter von Christchurch verherrlicht, der 2019 in zwei Moscheen in Neuseeland 51 Menschen ermordete. Medienberichten zufolge werden in dem Dokument außerdem Überlegungen zu Anschlägen auf Moscheen im Raum Schongau beschrieben.

Der Täter und sein rechtsextremistisches Maifest

Die Staatsanwaltschaft München II teilte mit, dass derzeit geprüft werde, ob das Manifest tatsächlich vom mutmaßlichen Täter stammt. Erst nach Abschluss dieser Prüfung könne beurteilt werden, ob die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus die Ermittlungen übernimmt.

Sollte sich die Authentizität bestätigen, könnte dies auf Verbindungen zur sogenannten „Attentäter-Fanszene“ hindeuten. Darunter verstehen Sicherheitsbehörden Online-Milieus, in denen rechtsterroristische Anschläge glorifiziert, Täter verehrt und Nachahmungstaten propagiert werden. Das Bayerische Innenministerium stuft diese Szene seit Längerem als wachsende Bedrohung ein.

Tat wurde aus Social Media angekündigt

Die Ermittler untersuchen außerdem Hinweise, dass der Angriff möglicherweise live im Internet übertragen werden sollte. Kurz vor der Tat war auf einem inzwischen gelöschten TikTok-Account ein Livestream angekündigt worden. Ob tatsächlich eine Übertragung geplant war, ist bislang unklar.

Bei dem Angriff am Mittwoch wurden zwei 13-jährige Schülerinnen mit einem Messer schwer verletzt. Sie konnten durch das schnelle Eingreifen von Mitschülern und Rettungskräften versorgt werden. Die Ermittlungen zum Tatablauf und zu den Hintergründen dauern an.