Gießen

Kein Bier im Restaurant – Tennisclub kündigt muslimischen Betreibern

Ein Streit über den Ausschank von Alkohol sorgt beim Tennisclub Rot-Weiß in Gießen für Streit. Das geplante Restaurant eines muslimischen Paares bleibt vorerst geschlossen.

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05
2026
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Gözleme-Haus in Gießen © Privat, bearbeitet by iQ.
Gözleme-Haus in Gießen © Privat, bearbeitet by iQ.

Beim Tennis-Club Rot-Weiß in Gießen ist ein Streit um ein alkoholfreies Restaurant eskaliert. Im Zentrum der Auseinandersetzung stehen der Verein und ein muslimisches Betreiberpaar, das auf dem Clubgelände ein Restaurant mit anatolischer Küche eröffnen wollte.

Bayram und Isabell Dalkılıç hatten das Lokal zu Jahresbeginn übernommen. Unter dem Namen „Gözleme Haus“ sollte dort ein gastronomisches Angebot mit türkisch-anatolischen Speisen entstehen. Nach Angaben des Ehepaars war von Beginn an vorgesehen, auf alkoholische Getränke zu verzichten.

Kurz vor der geplanten Eröffnung erhielt das Paar jedoch die fristlose Kündigung durch den Tennisverein. Hintergrund ist ein Streit über das Getränkekonzept. Der Vereinsvorstand fordert nach eigenen Angaben eine „Wahlfreiheit“ für Gäste, also auch den Ausschank von Bier und Wein.

Club-Vorsitzender Fred Ostermeyer verwies darauf, dass Änderungen am Gastronomiekonzept laut Vertrag mit dem Verein abgestimmt werden müssten. Die Betreiber sehen das anders. Für sie sei das alkoholfreie Konzept bereits vor Vertragsabschluss bekannt gewesen.

Der Konflikt hat inzwischen auch rechtliche Folgen. Der Verein kündigte eine Räumungsklage an, falls das Ehepaar das Restaurant und die dazugehörige Wohnung nicht verlässt. Dort lebt die Familie derzeit mit ihren drei Kindern. Das Restaurant bleibt vorerst geschlossen. Dennoch hoffen die Betreiber weiterhin auf eine Einigung mit dem Verein. Eine mögliche Eröffnung sei nun für Ende Mai oder Anfang Juni geplant.