Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt die Geduld als innere Kraft. Der Glaube eines Menschen helfe ihm, das Leben sinnvoll und harmonisch zu gestalten. Eine der wichtigsten Eigenschaften hierfür sei die Geduld (arab. Sabr). Sabr bedeute nicht nur, Schwierigkeiten zu ertragen. Es sei eine bewusste Haltung, ein entschlossener Wille und innere Kraft. Für Muslime heißt Sabr nicht, passiv abzuwarten, sondern aktiv und tatkräftig zu sein.
Alle Menschen stehen tagtäglich vor Prüfungen. Mal werden sie durch materielle Not geprüft, mal durch Krankheit, mal durch Enttäuschungen, die sie im Herzen treffen. Gerade dann werde die Geduld zur stärksten Stütze. Wer diese Geduld besitze, handle mit Weisheit, statt sich von Emotionen führen zu lassen. Denn die Geduld führt am Ende zum Erfolg.
Wer geduldig ist, unterliegt nicht seinem Zorn, beherrscht sein Ego und bleibt aufrichtig. Dabei darf man nicht vergessen, dass wer geduldig sei, von Allah belohnt werde. Denn mit der Schwierigkeit kommt Erleichterung.
Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) widmet sich in ihrer Freitagspredigt um die Vorzüge des Monats Dhul-Hiddscha und besonders der ersten zehn gesegneten Nächte. Diese Tage gelten im Islam als eine Zeit spiritueller Reinigung, innerer Erneuerung und besonderer Nähe zu Allah. Der Koran und die Aussagen des Propheten (s) würden die Bedeutung dieser Tage hervorheben und dazu aufrufen, sie bewusst mit guten Taten zu nutzen.
Der Monat Dhul-Hiddscha gehöre zu den heiligen Monaten, die für Frieden, Sensibilität und Achtung gegenüber den Mitmenschen stünden. Zugleich sei er die Zeit der Pilgerfahrt, in der Millionen Muslime in Mekka zusammenkämen, um Allah zu dienen und ihre Herzen zu reinigen.
Besonders der Tag von Arafat und das Opferfest würden an Hingabe, Vergebung und Mitgefühl erinnern. Gläubige werden dazu aufgerufen, diese Tage mit Gebet, Fasten, Dua und guten Taten zu beleben und dabei auch an die Sorgen und Nöte anderer Menschen zu denken.
In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um die Gefährten des Propheten. Sahaba nenne man die Weggefährten und Freunde des Propheten, die ihn mindestens einmal zu sehen bekommen und an seiner Gesprächsrunde teilgenommen haben. Sie verfügen im Islam über einen ganz besonderen Stellenwert und fungieren für Muslime oftmals als Vorbilder. Die Liebe zu den Gefährten sei die Basis für die Liebe zum Propheten (s) und der Hass gegenüber den Gefährten führ zu Hass gegenüber dem Propheten.
Die Vorzüglichsten unter den Gefährten seien nach der Reihe Abu Bakr (r), Umâr (r), Osman (r) und Ali (r). Sie seien die ersten von zehn, die mit dem Paradies verheißen wurden. Die anderen sechs folgen ihnen nacheinander im Rang.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.