Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

Die Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) behandelt die Bedürftigkeit des Menschen. Allah kenne die Bedürfnisse des Menschen am besten. Die stärkste Form, sich dem Schöpfer zuzuwenden, sei das Duâ. Duâ heiße nicht nur, eine Bitte auszusprechen. Es heiße zugleich, sich bewusst zu werden, wer man sei und vor wem man stehe. Wer bittet, erkenne seine eigene Bedürftigkeit an und bezeuge die grenzenlose Macht seines Schöpfers. So sei das Duâ eine Anbetung, die die Seele reinige und das Herz zur Ruhe bringe.
Der Mensch empfinde Sorge und Angst, wenn er an die Grenzen seiner Kraft stoße. Doch durch Duâ finde sein Herz Ruhe. Wer betet, der weiß: „Ich tue, was in meiner Kraft steht, doch das Ergebnis liegt bei Allah.“ Dieses Bewusstsein macht den Menschen verantwortungsvoll und bewahre ihn zugleich vor Hochmut.
Die Schwäche des Geschöpfes sei kein Mangel, sondern eine Wahrheit. Wer diese Wahrheit annehme, komme Allah näher. Die aufrichtigsten Duâs sprechen die Menschen, je mehr sie erkennen, wie bedürftig sie seien. Doch vergessen sie nicht: Das Duâ gehöre nicht nur in schwere Zeiten, sondern in jeden Augenblick des Lebens.
Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) widmet sich in ihrer Freitagspredigt um die besondere Stellung der Mutter im Islam. Der Prophet Muhammad (s) habe betont, dass die Mutter den größten Anspruch auf Liebe, Fürsorge und gute Behandlung habe. Damit werde deutlich gemacht, welch hohen Wert der Islam den Müttern beimesse.
Die Predigt erinnert daran, dass Mütter mit Geduld, Barmherzigkeit und Aufopferung das Leben ihrer Kinder begleiten. Sie nähmen Mühen und Sorgen auf sich, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Ihre Liebe und Fürsorge spiegelten Barmherzigkeit und Hingabe wider.
Gläubige werden dazu aufgerufen, ihren Müttern Wertschätzung nicht nur an einzelnen Tagen entgegenzubringen, sondern sie dauerhaft zu achten, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und ihre Herzen zu erfreuen. Besonders im Alter oder in Zeiten der Krankheit sollten Kinder ihren Eltern mit Geduld und Liebe beistehen. Abschließend wird betont, dass die Achtung gegenüber den Eltern nicht nur eine menschliche Pflicht, sondern auch ein Weg sei, das Wohlgefallen Allahs zu erlangen.
In der Freitagspredigt des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es um den Schutz der Augen vor Haram. Das Auge sei einer der größten Gaben Allahs, mit dem man beispielsweise das Gute vom Bösen, das Nützliche vom Schädlichen, das Schöne vom Hässlichen unterscheiden könne. Mit ihm beobachte man die Schönheiten des Universums, in der sich die Allmacht Allahs widerspiegele. Dinge, die haram seien, zu betrachten, seien eine Zweckentfremdung. Das plötzliche Sehen eines Harams sei nicht Sünde, sondern das vorsätzliche Betrachten sei nicht erlaubt.
In der heutigen Zeit, in der jede Art von Obszönität weit verbreitet sei, sogar gefördert werde, sei es umso wichtiger, diesem Thema noch mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Der Mensch sollte sich selbst davor schützen und Allah um Vergebung bitten.
Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.