Die Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März 2026 haben mit über 3.700 Veranstaltungen bundesweit eine Rekordbeteiligung erzielt. Dabei ist der Wunsch nach einer diskriminierungsfreien Gesellschaft breit verankert.

Erneut ist die Zahl der Veranstaltungen im Aktionszeitraum gestiegen: Die Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16. bis 29. März 2026 haben mit über 3.700 Veranstaltungen bundesweit eine Rekordbeteiligung erzielt. Dazu kommen über 2.000 religiöse Feiern. „Aus dem Internationalen Tag gegen Rassismus ist eine bundesweite Bewegung für Menschenwürde und Demokratie sowie gegen Hass und Hetze geworden“, sagt Jürgen Micksch vom Vorstand der Stiftung gegen Rassismus, die in Deutschland die Internationalen Wochen koordiniert.
Die vielfältigen Veranstaltungen reichten von Workshops und Diskussionsrunden über kulturelle Angebote bis hin zu lokalen Begegnungsformaten. Sie fanden in Städten und ländlichen Regionen gleichermaßen statt und richteten sich an ganz unterschiedliche Zielgruppen.
Getragen wurden die Aktionen von Initiativen, Vereinen, Kommunen und vielen Tausenden Ehrenamtlichen vor Ort. Die beeindruckende Vielfalt der beteiligten Akteur:innen zeigt, wie breit das Engagement in der Gesellschaft verankert ist: von Sportvereinen über Bibliotheken und Kommunen bis hin zu Kliniken und Museen; von Polizei, Theater und Unternehmen bis hin zu Religionsgemeinschaften, Wohlfahrtsverbänden und der Feuerwehr; von Schulen, Volkshochschulen und Universitäten bis in zahlreiche weitere Bereiche des öffentlichen Lebens. Die große Resonanz zeigt: Der Einsatz gegen Rassismus bewegt viele Menschen und der Wunsch nach einer diskriminierungsfreien Gesellschaft ist breit verankert.
Auch das diesjährige Motto „100 % Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ traf auf breite Zustimmung und verband die zahlreichen Aktionen unter einem gemeinsamen Anliegen. „Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden stärker und polarisierender diskutiert. Rassistische Vorfälle und rechtsextreme Positionen sorgen vielerorts für Verunsicherung. Umso wichtiger sind Angebote wie die UN-Wochen gegen Rassismus, die Information und Austausch bieten und im besten Fall zu konkreten Aktivitäten führen“, so Jürgen Micksch von der Stiftung gegen Rassismus.
Besonders aktiv war in diesem Jahr der Sport: Am 28. März stand ein sportlicher Aktionstag unter dem Motto #BewegtGegenRassismus in Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der DFL Stiftung, der Deutschen Sportjugend, dem Deutschen Turner-Bund, Pink gegen Rassismus und weiteren Partnern auf dem Programm.
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus hat die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş anlässlich des Ramadanfestes die Aktion „Bayram unter Nachbarn“ durchgeführt. Ziel der Initiative war es, gesellschaftliche Solidarität zu stärken, gegenseitiges Verständnis zu fördern und nachbarschaftliche Beziehungen zu festigen.
Moscheegemeinden, Verantwortliche und Gemeindemitglieder besuchten ihre Nachbarn, teilten Süßigkeiten und kleine Geschenke und kamen miteinander ins Gespräch. Die Aktion fand zeitgleich in mehreren Städten statt und brachte Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Kulturen zusammen. Aynur Handan Yazıcı, Vorsitzende der IGMG-Frauenorganisation, erklärte: „Mit dieser Aktion haben wir die schönen Seiten des Festes sichtbar gemacht: Teilen, Annähern und das gemeinsame Miteinander.“
Die Begegnungen sollen dazu beitragen, Vorurteile abzubauen sowie Vertrauen, Respekt und ein friedliches Miteinander zu fördern. Langfristig soll die Aktion einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.
In der Kölner Zentralmoschee gab es im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus eine Ausstellung zu Moscheeübergriffen in Deutschland. Die Ausstellung zeigt anhand visueller Materialien verschiedene Formen von Übergriffen – darunter Brandstiftungen, Drohungen, Sachbeschädigungen und Hassbotschaften – und macht deren Auswirkungen auf betroffene Gemeinden sichtbar. Insgesamt wurden knapp 1000 Angriffe auf Moscheen in verübt.
Organisiert wurde sie von der Antidiskriminierungsstelle der DITIB. Ziel der Ausstellung ist es, für antimuslimischen Rassismus zu sensibilisieren, bislang wenig beachtete Perspektiven stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken und den gesellschaftlichen Dialog zu fördern.
Die Aktionswochen machen insgesamt sichtbar, wie vielfältig das Engagement gegen Rassismus ist. Viele der beteiligten Gruppen arbeiten kontinuierlich vor Ort und setzen sich langfristig für ein respektvolles Zusammenleben ein. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus bündeln diese Aktivitäten und zeigen die Stärke der Zivilgesellschaft, die trotz des erhöhten politischen Drucks auf Veranstaltungen und teilweise schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen das Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in beachtlicher Stärke trägt.
„Dieses Engagement wird derzeit in gefährlicher Weise bedrängt. Zivilgesellschaft und Politik müssen wieder enger zusammenfinden und Rassismus gesamtgesellschaftlich bekämpfen. Langfristiges zivilgesellschaftliches Engagement braucht vor allem Vertrauen und eine verlässliche, planbare und langfristige Förderung“, betont Jürgen Micksch abschließend..