Palästina

Palästinensischer Arzt in israelischer Haft: Sorge um seinen Gesundheitszustand wächst

Der palästinensische Arzt Hussam Abu Safija soll in israelischer Haft in Lebensgefahr schweben. Menschenrechtsorganisationen fordern seine sofortige Freilassung.

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07
2026
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Ein Aufenthalt im Gefängnis soll resozialisieren - Seelsorger können dabei helfen © by michimaya auf Flickr (CC BY 2.0), bearbeitet islamiQ

Ein prominenter palästinensischer Arzt soll sich in israelischer Haft in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden. Menschenrechtsorganisationen sprechen von schwerer Misshandlung, verweigerter medizinischer Versorgung und fordern seine sofortige Freilassung. Der Fall steht exemplarisch für den Umgang Israels mit palästinensischen Gefangenen während des Gaza-Genozids.

Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert

Der Direktor des Kamal-Adwan-Krankenhauses im Norden des Gazastreifens, Hussam Abu Safija, wurde im Dezember 2024 von israelischen Streitkräften festgenommen und befindet sich seither ohne Anklage in Haft. Israel behauptet, er habe Verbindungen zur Hamas, legte dafür bislang jedoch keine öffentlich überprüfbaren Beweise vor.

Nach Angaben der israelischen Menschenrechtsorganisation Ärzte für Menschenrechte verschlechterte sich Abu Safijas Gesundheitszustand während seiner Haft massiv. Sein Anwalt Nasser Odeh besuchte ihn am 2. Juli im Nitzan-Gefängnis nahe Tel Aviv. Demnach erlitt der Arzt schwere Kopfverletzungen, war stark abgemagert, zeitweise kaum ansprechbar und litt unter Atembeschwerden.

Vorwürfe schwerer Misshandlungen

Laut seinem Anwalt schilderte Abu Safija wiederholte Schläge, Gewalt während der Einzelhaft sowie den Entzug angemessener medizinischer Versorgung. Er habe große Angst geäußert, die Haft nicht zu überleben.

Ärzte für Menschenrechte fordert seine sofortige Verlegung in ein Krankenhaus, eine unabhängige medizinische Untersuchung sowie seine Freilassung.

Die israelische Gefängnisbehörde bestreitet sämtliche Vorwürfe. Sie erklärte, alle Gefangenen würden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben behandelt und medizinisch versorgt. Anschuldigungen über Misshandlungen, Folter, Aushungern oder verweigerte medizinische Hilfe wies sie zurück.

Haft ohne Anklage

Trotz fehlender Anklage entschied das Oberste Gericht Israels, dass Abu Safija weiterhin nach dem Gesetz über „unrechtmäßige Kombattanten“ festgehalten werden darf. Während einer Gerichtsverhandlung wirkte der gefesselte Arzt auf Videoaufnahmen sichtbar geschwächt und ausgezehrt.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Langem Israels Praxis, Palästinenser über Monate oder Jahre ohne Anklage festzuhalten. Zudem gibt es zahlreiche dokumentierte Berichte über Misshandlungen und Folter in israelischen Haftanstalten, darunter auch im Militärlager Sde Teiman.

Der Fall Abu Safija reiht sich in eine wachsende Zahl von Vorwürfen gegen Israel ein. Im Zusammenhang mit den militärischen Angriffen auf den Gazastreifen werfen zahlreiche Menschenrechtsorganisationen sowie mehrere Staaten Israel Völkerrechtsverstöße vor. Ob die Ereignisse rechtlich als Genozid einzustufen sind, ist Gegenstand laufender Verfahren vor internationalen Gerichten.