Freitagspredigten, 19.06.2026

Gerechtigkeit und der Aschûrâ-Tag

Die Freitagspredigt der Muslime behandelt sowohl religiöse, als auch gesellschaftliche Themen. Jede Woche liefert IslamiQ einen Überblick.

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Freitagspredigt © Shutterstock, bearbeitet by iQ.
Freitagspredigt © Shutterstock, bearbeitet by iQ.

In der Freitagspredigt der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) gehe es um die Bedeutung von Gerechtigkeit und den verantwortungsvollen Umgang mit allem, was dem Menschen anvertraut wurde. Der Koran fordere die Gläubigen dazu auf, Anvertrautes seinen Eigentümern zurückzugeben und bei Entscheidungen gerecht zu urteilen.

Gerechtigkeit werde als Grundlage für Vertrauen, gesellschaftlichen Frieden und ein funktionierendes Zusammenleben dargestellt. Der Prophet Muhammad habe zudem eindringlich vor Unrecht gewarnt und darauf hingewiesen, dass Unterdrückung schwerwiegende Folgen im Jenseits habe.

Anvertrautes umfasse nicht nur materiellen Besitz. Auch Familie, Kinder, Wissen, berufliche Aufgaben, die eigene Stellung sowie die Religion und die Gesellschaft seien Gaben, für die jeder Mensch Verantwortung trage. Gerechtigkeit sei daher keine Aufgabe einzelner Autoritäten, sondern eine Pflicht jedes Menschen gegenüber Allah, den Mitmenschen und der gesamten Schöpfung.

Aschûrâ und Muharram

Die Freitagspredigt der Türkisch Islamischen Union e.V. (DITIB) behandelt den Aschûrâ-Tag und den Monat Muharram. Der Muharram werde als ein besonders gesegneter Monat beschrieben, den der Prophet Muhammad (s) als „Monat Allahs“ bezeichnet habe. Das Fasten in diesem Monat, insbesondere am Aschûrâ-Tag, gelte als eine verdienstvolle freiwillige Gottesdiensthandlung. Das Fasten an Aschûrâ könne nach islamischer Überlieferung zur Vergebung der Sünden des vergangenen Jahres beitragen und eine Gelegenheit bieten, Frömmigkeit, Gottesbewusstsein und die Nähe zu Allah zu stärken.

Die traditionelle Aschûrâ-Speise, die aus verschiedenen Zutaten zubereitet werde, stehe sinnbildlich für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Ansichten. Wie die einzelnen Zutaten gemeinsam eine besondere Speise ergäben, bereicherten auch Vielfalt und gegenseitiger Respekt die Gesellschaft. Der Koran rufe dazu auf, einander kennenzulernen und den Wert eines Menschen an seiner Frömmigkeit zu messen.

Der Aschûrâ-Tag

In der Freitagspredigt des Verbands der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) geht es die Bedeutung des Aschûrâ-Tags. Dieser Tag sei mehrfach das Datum für besondere Ereignisse in der islamischen Geschichte gewesen. Das Fasten an Aschûrâ und am Tag davor oder danach wurde vom Propheten empfohlen.

Die Belohnung für das Fasten bestünde in der Tilgung der Sünden des ganzen vorherigen Jahres. Außerdem soll man möglichst viele Menschen an dem Tag mit dem islamischen Friedensgruß grüßen, am Vormittag ein freiwilliges Gebet verrichten und viele Bittgebete sprechen.

Jeden Freitag blickt die IslamiQ-Redaktion auf die Freitagspredigten der muslimischen Religionsgemeinschaften in Deutschland und gibt einen Überblick.