Palästina

UN-Bericht: Über 38.000 Frauen und Mädchen im Gaza-Genozid ermordet

Wie nachhaltig die Waffenruhe in Gaza ist, lässt sich noch schwer sagen. UN Women mahnt aber, dass weitere Gefahr drohe, vor allem für Frauen und Mädchen. Ein neuer Bericht zum Genozid zeigt erschreckende Zahlen.

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7.Oktober.2023, Leid im Gaza-Krieg © Worldpressphoto / Mohammed Salem, bearbeitet by iQ.
7.Oktober.2023, Leid im Gaza-Krieg © Worldpressphoto / Mohammed Salem, bearbeitet by iQ.

Über 38.000 Frauen und Mädchen sind laut einem aktuellen Bericht während des Genozids in Gaza von der israelischen Armee ermordet worden. Das entspreche 47 Todesopfern am Tag, heißt es in der am Freitag (Ortszeit) in New York veröffentlichten Aufstellung von UN Women. Dabei sei von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen, da weiterhin Menschen unter Trümmern vermutet würden. Hinzu kämen rund 11.000 Frauen und Mädchen, die durch Kriegshandlungen schwer verletzt wurden, viele mit lebenslangen Folgeschäden.

„Zehntausende Haushalte in Gaza werden von Frauen geführt“

Der Bericht beleuchtet den Angaben zufolge den zweijährigen Zeitraum vom Beginn der brutalen und illegalen israelischen Angriffe im Oktober 2023 bis zur Verkündung der Waffenruhe im Oktober 2025. Dabei sei die bedrohliche Lage noch nicht überwunden, erklärte die Regionaldirektorin von UN Women für die arabischen Staaten, Moez Doraid. „Zusätzlich zu der enormen Zahl an Todesopfern hat der Genozid Familienstrukturen grundlegend verändert: Zehntausende Haushalte werden inzwischen von Frauen geführt. Viele von ihnen sind mit wachsender wirtschaftlicher Not konfrontiert und erhöhten Risiken ausgesetzt, während sie gleichzeitig die gesamte Last der Fürsorge und des Überlebens tragen.“

Die UN-Organisation fordert deswegen, Mädchen und Frauen im Rahmen der Waffenruhe besser zu schützen. „Frauen und Mädchen müssen im Mittelpunkt von Reaktions- und Wiederaufbaumaßnahmen stehen und sinnvoll an Friedensbildung und Wiederaufbau beteiligt werden“, betonte Doraid. (dpa/iQ)